Renée-Maike Pfuderer setzt sich als Transfrau auch stark für die Rechte sexueller Minderheiten ein. Sie will auch in Zukunft der Innenstadt verbunden bleiben. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Die Grünen-Bezirksbeirätin saß neun Jahre lang im Bezirksbeirat Mitte. Nun verlässt Pfuderer das Gremium, weil sie nach Bad Cannstatt zieht. Ganz freiwillig verlässt die Innenstadt nicht.

S-Mitte - Mit einem Satz bedachte Renée-Maike Pfuderer ihre Identität als Transfrau, als sie vor neun Jahren ihren Sitz im Bezirksbeirat Mitte einnahm. „Damals hing die Regenbogenfahne zum ersten Mal anlässlich des Christopher Street Days vor dem Rathaus. Ich meinte dann zu den Kollegen, dass der Regenbogen jetzt eben auch in das Rathaus einzieht“, sagt sie. Damit sei das Thema auch zur Genüge besprochen gewesen, findet Pfuderer. Die Grünen-Bezirksbeirätin wird aus dem Gremium ausscheiden, weil sie nach Bad Cannstatt zieht. Das geschehe nicht ganz freiwillig, erklärt sie. „Ich musste aus meiner alten Wohnung raus und eine neue in der Innenstadt kann ich mir auch als Mitarbeiterin des Landtags nicht leisten“, sagt sie. Pfuderer scheint also am eigenen Leib zu erleben, was immer wieder auch Thema im Bezirksbeirat war: Steigende Mieten und ein zunehmender Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Es erstaunt deshalb nicht, dass sich Pfuderer für die Zukunft des Bezirks Mitte vor allem den Erhalt der Wohnqualität in den Quartieren Leonhardsviertel und Hospitalviertel wünscht.

Bezirksbeirätin bleibt aktiv

Pfuderer wird aber weiter im Bezirk Mitte aktiv sein. Sie bleibt nach ihrem Umzug Kirchengemeinderätin. „Ich werde auch in Zukunft dem Verein Leonhardsvorstadt verbunden bleiben“, sagt sie. Im Rückblick auf die vergangenen neun Jahre lobt Pfuderer die vielen Projekte, die das Gremium in Einstimmigkeit auf den Weg gebracht hat. Ein Bezirksbeirat könnte am meisten bewegen, wenn Entscheidungen im Konsens fallen, meint sie. Den Umgang im Bezirksbeirat lobt sie als kollegial.

Ohne dass große Worte fielen, habe sie Rückhalt im Bezirksbeirat gespürt, als sie sich 2016 einen Schlagabtausch mit dem damals zur AfD gehörenden Landtagsabgeordneten und Stadtrat Heinrich Fiechtner auf einem sozialen Netzwerk lieferte. Nun sagt sie dem Gremium im Guten Adieu.

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