Nach Ansicht des Tübinger OB Boris Palmer sind die Umweltdebatte und ihre Konsequenzen sinnlos gewesen.
Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer hat bei einer Podiumsdiskussion vehement die Feinstaubdebatte im Land kritisiert. „Der Feinstaub ist maßlos überzogen worden – maßlos!“, sagte Palmer im Tübinger Motorsport-Museum Boxenstopp, wo er mit dem Rennfahrer Prinz Leopold von Bayern und Peter Gutzmer, dem langjährigen Technologie-Vorstand der Schaeffler AG, über die Mobilität der Zukunft diskutierte. „Ich habe mir die ganzen Daten einmal angeguckt, da kommt man zu dem Ergebnis: Wenn man sich über Burger unterhalten würde, über Cola, über Süßgetränke, über Bewegungsmangel – dann würde man die großen Themen der Gesundheit unserer Bevölkerung besprechen. Aber Feinstaub ist so etwas von unter ferner liefen. Der spielt so überhaupt gar keine Rolle bei unserer Lebenserwartung, dass man das einfach auch vergessen könnte“, sagte Palmer.
Nur Mittel zum Zweck
Nach Ansicht des streitbaren Oberbürgermeisters, der seine Mitgliedschaft bei den Grünen wegen heftiger Differenzen bis 2023 ruhen lässt, ist das Thema Feinstaub nur als Mittel zum Zweck eingesetzt worden. „Es war halt nur ein Vehikel, um einen Streit über die richtige Verkehrspolitik in der Stadt und einen industriepolitischen Streit voranzutreiben – und dann hat die Industrie noch die Dummheit begangen zu betrügen, sodass Manager bis ins Gefängnis gegangen sind“, sagte Palmer im Hinblick auf den Dieselskandal. Dies alles habe die Sache so aufgeblasen, dass man sich dauernd über das Thema Feinstaub unterhalten habe, „wobei das wirklich nicht das wichtigste Thema der Welt und auch nicht unserer Städte und unserer Gesundheit gewesen ist“, sagte Palmer.
Mehr Bio-Treibstoffe
Der Oberbürgermeister machte sich indes für mehr Elektroautos im Straßenbild stark, während Peter Gutzmer forderte, auch auf die Entwicklung alternativer Bio-Treibstoffe zu setzen. Prinz Leopold hat so einen im Tank, wenn er an diesem Wochenende beim historischen Solitude-Rennen einen 50 Jahre alten BMW 3.0 CSL um die Kurven bewegt. Mit 22 Prozent weniger CO2 -Ausstoß – und 50 Prozent weniger Feinstaub.