Bilder von einer Heuschreckenplage in Madagaskar: Derzeit wird der Osten Afrikas von den Insekten heimgesucht. Foto: imago/Nature Picture Library/imago stock&people

Die hungrigen Insekten fressen Felder kahl, deren Früchte dringend für die Versorgung der Menschen benötigt werden. Die Schwärme bestehen aus Hunderten Millionen Tieren und dehnen sich jeweils über Dutzende Kilometer aus.

Addis Abeba - Der Osten Afrikas wird von der schwersten Heuschreckenplage seit 25 Jahren heimgesucht. Sie bedroht nach Behördenangaben die Nahrungsmittelversorgung in einigen der weltweit verwundbarsten Länder. Mitverantwortlich für die Plage sind unübliche Klimaverhältnisse.

Die Heuschrecken sind etwa so lang wie ein Finger, und sie treten millionenweise auf. Sie vertilgen Feldfrüchte. In manchen Gegenden müssen sich Menschen mit ihrem ganzen Körpereinsatz einen Weg durch die Schwärme der Insekten bahnen.

Schwärme bewegen sich mit dem Wind

Aus Kenia wurde in dieser Woche ein „extrem gefährlicher Anstieg“ der Heuschreckenaktivität gemeldet. Ein Schwarm im Nordosten des Landes war nach Angaben der Zwischenstaatlichen Behörde für Entwicklung (Igad) 60 Kilometer lang und 40 Kilometer breit. „Ein typischer Schwarm von Wüstenheuschrecken kann bis zu 150 Millionen Heuschrecken pro Quadratkilometer enthalten“, hieß es in der Erklärung der Behörde. Die Schwärme bewegten sich mit dem Wind fort und kämen täglich 100 bis 150 Kilometer voran. „Ein durchschnittlicher Schwarm kann an einem Tag Feldfrüchte zerstören, die 2500 Menschen ernähren können.“

Betroffen sind auch Teile von Somalia, Äthiopien, dem Sudan, Dschibuti und Eritrea. Auch auf Regionen des Südsudans und Ugandas könnte sich die Plage demnächst ausbreiten, warnte Igad. Das massenhafte Auftreten der Insekten verschärfe die ohnehin prekäre Ernährungslage in der Region, erklärte die Welternährungsorganisation.

Vier Kleinflugzeuge eingesetzt

Das Anwachsen der Heuschreckenschwärme könnte laut Igad noch bis Juni dauern, da die Brutbedingungen günstig sind. In den vergangenen Wochen kam es in der Region teils zu ungewöhnlich schweren Überschwemmungen.

Um gegen die Heuschrecken vorzugehen, stützen sich die Behörden auf Satellitenbilder, legen Pestizidvorräte an und versprühen Insektizide aus der Luft. In Äthiopien werden nach Behördenangaben zur Bekämpfung der Plage vier Kleinflugzeuge eingesetzt.

Ein Ansatz in Kenia scheiterte allerdings in den vergangenen Tagen. Der Landwirtschaftsminister bat die Menschen, in den sozialen Medien Fotos von mutmaßlichen Heuschrecken zu posten. Als dann zahlreiche Menschen aus Scherz Bilder von Warzenschweinen, Katzen, Eidechsen und anderen Tieren einstellten und um Hilfe bei der Identifizierung baten, wurde die Kampagne eingestellt.

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