Landesbischof Frank Otfried July warnt vor einfachen Lösungen für komplexe Probleme. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Pfingstbotschaften mit gesellschaftspolitischer Mahnung: Die Bischöfe in Baden-Württemberg greifen aktuelle Themen auf und fordern einen respektvollen Umgang miteinander - ungeachtet von Religion und Hautfarbe.

Stuttgart/Freiburg - Die Bischöfe in Baden Württemberg haben zu Pfingsten einen respektvollen Umgang miteinander und mehr Zusammenhalt angemahnt. Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger rief in seiner Predigt am Sonntag dazu auf, „Barmherzigkeit zu erbitten und zu empfangen, Versöhnung zu leben, Achtung, Respekt und Würde jedem Menschen entgegen zu bringen, ungeachtet welcher Religion und Hautfarbe er auch angehören mag“. Die Sprache des Herzens werde überall verstanden. „Diese Einheit, diese Form der Begegnung und Verständigung ermöglicht das Bekenntnis zu Christus nicht nur hinter verschlossenen Türen, sondern im öffentlichen Raum.“

Landesbischof Frank Otfried July beklagte: „Keiner will verstehen, was der andere sagt“. Er mache sich große Sorgen darüber, „wie wir als Gesellschaft, aber auch als Kirche, über die herz- und lebenszerreißenden Themen dieser Tage sprechen: häufig eben schwarz-weiß“. Das gelte für Themen wie Armut und Reichtum, Europa, Euro oder Flüchtlinge. „Je komplizierter die Probleme, desto nötiger ist unser Zusammenhalt“, sagte July in Stuttgart. Dem anderen zuzuhören, ihn verstehen zu wollen, mache Mühe. „Aber einfache Lösungen für komplizierte Fragen gibt es nicht.“

Das dritte bedeutende Fest des Christentums

Der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst erinnerte an den „verbindenden Hauch von Pfingsten, den unsere Gesellschaft so dringend benötigt“. Bei allen Unterschieden verfügten „alle Menschen über dieselbe Würde, die Gott jedem Menschen von Beginn an eingehaucht hat.“

Pfingsten macht nach Überzeugung von Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh Mut: „Miteinander aufmerksam und sehnsüchtig zu warten, bis die Kraft des Heiligen Geistes kommt und uns an unseren Ort, in unsere jeweilige Verantwortung schickt“, sagte er in Heidelberg.

Neben Weihnachten und Ostern ist Pfingsten das dritte bedeutende Fest des christlichen Kalenders. In der Apostelgeschichte heißt es, dass an diesem Tag der Heilige Geist auf die versammelten Jünger niederging. Sie konnten plötzlich in mehreren Sprachen reden und erkannten durch dieses Pfingstwunder den Missionsauftrag Jesu Christi, das Evangelium zu verbreiten. Pfingsten gilt darum als das Geburtstagsfest der Kirche.

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