Perus Ex-Präsident Alan García (links) auf einem Foto aus dem Jahr 2011. Foto: AP

Der wegen Korruptionsvorwürfen ins Zwielicht geratenen Ex-Präsident Alan García hat versucht, sich das Leben zu nehmen. Er sollte wegen der Vorwürfe festgenommen werden.

Berlin/Lima - Der peruanische Ex-Präsident Alan García hat sich bei einem Suizidversuch schwer verletzt. Als Polizisten den 69-Jährigen am Mittwoch wegen Korruptionsvorwürfen verhaften wollten, schoss sich er sich in den Nacken, wie die Tageszeitung „La Republica“ berichtete. Er wurde sofort in ein Hospital in Lima gebracht und notoperiert. Sein Zustand wird als sehr ernst beschrieben. García hatte das südamerikanische Land von 1985 bis 1990 und von 2006 bis 2011 regiert.

Der ehemalige Staatschef wird beschuldigt, Schmiergeld von Lateinamerikas größtem Baukonzern Odebrecht während seiner zweiten Amtszeit angenommen zu haben. Die Vorwürfe sind mit dem Bau einer Metro in Lima verbunden. García bestreitet die Vorwürfe und sieht sich als Opfer von politischer Verfolgung. Als die Ermittlungen gegen ihn im November vergangenen Jahres begannen, stellte er einen Antrag auf politisches Asyl in Uruguay, den Staatspräsident Tabaré Vásquez aber als grundlos ablehnte.

Führende Politiker in Korruptionsskandal verstrickt

Führende peruanische Politiker sind in den Korruptionsskandal verstrickt. Der ehemalige Staatschef Pedro Pablo Kuczynski war erst im März 2018 als Präsident zurückgetreten, nachdem Oppositionsabgeordnete geheime Kontakte zwischen Odebrecht und dessen privater Beratungsfirma enthüllt hatten. Er befindet sich in Untersuchungshaft. Nachfolger wurde der Erste Vizepräsident Martín Vizcarra Cornejo.

Ende Oktober war Ex-Präsidentschaftskandidatin und Oppositionsführerin Keiko Fujimori, Tochter des früheren autoritär regierenden Präsidenten Alberto Fujimori (1990-2000), in Untersuchungshaft genommen worden. Ihr werden Geldwäsche und die Annahme von Schmiergeld vorgeworfen.

Ebenfalls in Untersuchungshaft wegen Korruptionsvorwürfen ist Ex-Präsident Ollanta Humala (2011-2016). Der ehemalige Staatschef Alejandro Toledo (2001-2006) flüchtete nach Bekanntwerden der Vorwürfe in die USA. Er soll Schmiergeld in Millionenhöhe von Odebrecht angenommen haben.

Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 und unter https://ts-im-internet.de/ erreichbar. Eine Liste mit Hilfsangeboten findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention: https://www.suizidprophylaxe.de/

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