Ein Beispiel vom Amt für Kultur und Sport: Dort hakt es in so manchem Bereich. Mitarbeitende geraten offenbar reihenweise an ihre Grenzen, nicht nur bei Großveranstaltungen wie dem Pferdemarkt.
Der Satz steht für sich. „Nach Events wie dem Pferdemarkt sind Überlastungsreaktionen zu sehen“, sagt Florian Streib, Leiter des Leonberger Kulturamtes. Nicht nur er warb jetzt bei den Stadträten in der Sitzung des Sozial- und Kulturausschusses dafür, in der Verwaltung neue Stellen zu schaffen und bestehende aufzustocken. Denn, so Streib: „Personal ist die Grundlage für eigentlich alles.“ Doch nicht nur nach dem Pferdemarkt gehen viele im Rathaus auf dem Zahnfleisch. Es sind verschiedene Bereiche, in denen es laut den Verantwortlichen personell eng wird – und das auch im ganz normalen Arbeitsalltag. Einige Beispiele aus der Ausschusssitzung:
Marketing und Veranstaltungen
Streib wünscht sich eine neue 100-Prozent-Stelle für Marketing, Veranstaltungskommunikation und -management. „Bisher wurschtelt da jeder so ein bisschen vor sich hin“, formuliert Streib. Einiges, vor allem im Bereich der Kommunikation, sei an externe Stellen ausgelagert, was die Stadt jährlich zwischen 45 000 und 50 000 Euro koste. Mit der neuen Stelle könne man etwa die zahlreichen Print- und Online-Erzeugnisse des Amtes besser koordinieren. Zum anderen fiele wohl auch die Leitung von Veranstaltungen des Amtes für Kultur und Sport in den Zuständigkeitsbereich des neuen Mitarbeiters oder der Mitarbeiterin – sprich: zum Beispiel der Pferdemarkt.
Stadtarchiv
Hier soll nach Möglichkeit eine neue 40-Prozent-Stelle beantragt werden, um so die bislang nicht ausgeschöpften Stellenprozente zu besetzen. So soll der administrative Bereich des Stadtarchivs gestärkt und Krankheits- und Urlaubsphasen ausgeglichen werden. Ziel: Eine Verwaltungsfachkraft soll her.
Stadtmuseum
Einigermaßen kurios ist die Lage im Stadtmuseum. Wie Streib berichtet, müssen die Mitarbeitenden selbst für relativ einfache Tätigkeiten, wie Bilder aufzuhängen, die Museumsleitung herbeirufen. Gruppiere man sie in eine höhere Tarifstufe ein (4 statt 2), reduziere dies die Überstunden der Leitung. „Vor-Ort-Erfahrung und Vorbildung aller vier Museumsmitarbeitenden“ sind laut Streib gegeben, ebenso die Motivation, diese „höherwertigen“ Tätigkeiten zu erbringen.
Jugendmusikschule
Sibylle Lützner, die Leiterin der Musikschule, trug vor: „Wir sind an einem Punkt, an dem wir Abläufe nicht mehr gewährleisten können.“ Gründe hierfür seien gestiegener Beratungs- und Abstimmungsbedarf sowie auch kurzfristige Änderungs- und Wechselwünsche. Hier solle die Stelle des Sekretariats/Assistenz der Schulleitung um 20 Prozentpunkte aufgestockt werden.
Volkshochschule
In der langen Zeit, in der er die VHS leitet, hat er noch keine derart kritische Situation erlebt wie aktuell, berichtet Volkshochschulleiter Uwe Painke. Hier soll es eine 15 prozentige Erhöhung für die Stelle der stellvertretenden Leitung geben, die der beruflichen Weiterbildung und der Systemadministration zukommen solle.
Stadtbücherei
Von 30 auf 50 Prozent soll hier eine Stelle einer Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste aufgestockt werden, außerdem jene einer Diplom-Bibliothekarin von 50 auf 75 Prozent. Letzteres würde die Zweigstelle in Gebersheim betreffen. „Stand Mitte August haben die Mitarbeiterinnen der Bibliothek insgesamt 480 Überstunden“, rechnet Florian Streib vor.
Außerdem
Fünf FSJ-Stellen für die Schulkindbetreuung und die städtischen Kitas; eine 100-Prozent- sowie eine 60-Prozent-Stelle für den Bereich Sozialer Dienst; eine 60-Prozent-Stelle für den Bereich Wohngeld; eine halbe Stelle für den Bereich Sachbearbeitung Bildungs- und Teilhabepaket.