Sybille Michalski möchte unbedingt Stadtbahnfahrerin werden. Foto: Caroline Holowiecki

Sybille Michalski hat ihre Fahrerlaubnis irgendwo verloren und deswegen Ersatz beantragt. Doch auf den wartet die Frau aus Dürrlewang nach eigenen Angaben bereits seit 13 Wochen. Ein Grund ist die Personalnot.

Dürrlewang - Das kann jedem mal passieren. Sybille Michalski hat ihren Führerschein verloren. Im vergangenen Herbst, vermutet sie, ist er irgendwann irgendwie abhandengekommen, sie „habe das erst bemerkt, als ich den in meinen neuen Geldbeutel tun wollte“. Dann lasse ich ihn eben nachmachen, hat sich die Mutter von vier Kindern und Oma von sechs Enkeln aus Dürrlewang gedacht. Nur auf ihren Führerschein, auf den wartet sie seither vergeblich.

13 Wochen soll das jetzt schon gehen. Am 1. Februar dieses Jahres hat sie nach eigenen Angaben den Ersatz im Bürgeramt beantragt. Dort habe es geheißen, der Prozess werde etwa vier bis sechs Wochen in Anspruch nehmen, zur Überbrückung habe Sybille Michalski ein Papier bekommen, das sie etwa im Fall einer Polizeikontrolle vorzeigen könne. Doch auch nach mehreren E-Mails, Telefonaten und persönlichen Besuchen im Amt gehe nichts voran. Schwierig macht die Sache offenbar auch eine Vorerkrankung. Die 54-Jährige betont, alsbald ein ärztliches Attest eingereicht zu haben, das ihr bescheinige, dass sie uneingeschränkt fahren dürfe. Das jedoch werde noch geprüft.

Für ihren neuen Job braucht sie eine Kopie des Original-Führerscheins

Die Misere: Sybille Michalski, die ehemals im Bereich Logistik gearbeitet hat, aktuell aber Sozialleistungen bezieht, möchte wieder arbeiten. „Ich will da raus, ich muss an die Rente denken“, sagt sie und betont: „Ich habe viel abgenommen. Ich bin fit.“ Ihr Traumjob: Stadtbahnfahrerin. „Das wäre eine neue Herausforderung“, sagt sie, außerdem sei sie sehr technikaffin. Am Telefon habe sie sich bereits nach ihren Chancen erkundigt, für eine richtige Bewegung benötige sie aber eine Kopie des Original-Führerscheins. „Das ist total ätzend“, sagt sie über ihre Situation.

Martin Thronberens, ein Sprecher der Stadtverwaltung, räumt nach Rücksprache mit der Führerscheinstelle ein, dass es dort derzeit personelle Engpässe gebe. Im Schnitt zwischen acht und zehn Wochen müsse man aktuell auf die Bearbeitung eines Anliegens warten. „Man muss schauen, wie man das langfristig gelöst bekommt“, sagt der Pressesprecher. Tatsächlich ist seit Anfang April die zentrale Führerscheinstelle in Feuerbach jeden Mittwoch für den Publikumsverkehr geschlossen – aus Personalnot.

Bis Ende des Jahres soll das laut Homepage so bleiben. „Unabhängig davon wird es bei hohem Publikumsaufkommen auch weiterhin regelmäßig zur vorzeitigen Beendigung der Ausgabe von Wartemarken und zum früheren Schließen der Führerscheinstelle kommen“, liest man online. Sybille Michalski kommt sich derweil veräppelt vor, wie sie sagt. „Es ist kein Ende absehbar.“

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