Der Franck-Steg am Ludwigsburger Bahnhof wird kaum genutzt. Deshalb soll eine zweite Unterführung gebaut werden. Bis dahin dürften aber noch etliche S-Bahnen unter der Fußgängerbrücke fahren. Foto: Werner Kuhnle

Der Ludwigsburger Bahnhof soll einen zweiten, unterirdischen Zugang bekommen. Darüber sind sich Bahn und Stadt einig, sogar der grobe Baubeginn ist schon klar. Nun ist der Gemeinderat am Zug.

Das Projekt wird schon seit Jahren diskutiert, nun ist man sich grundsätzliche einig: Der Ludwigsburger Bahnhof bekommt eine zweite Unterführung.

 

Das bestätigen die Deutsche Bahn sowie die Verantwortlichen im Ludwigsburger Rathaus unabhängig voneinander. Noch vor der Sommerpause sollen dem Gemeinderat die Planungen vorgelegt werden, der hat dann das letzte Wort. Bisher war immer nur von „guten Gesprächen“ die Rede. Die werden auch weiterhin geführt. Eine Bahnsprecherin konkretisiert nun: Bei der Entwurfs- und Genehmigungsplanung sei man schon relativ weit. „Die rein technische Planung ist soweit freigegeben“, sagt Oliver Linder vom Fachbereich Stadtplanung und Vermessung.

Baubeginn frühestens in sechs Jahren

Die zeitlichen Vorläufe für ein derartiges Projekt sind laut dem Stadtplaner immens, weil es große Auswirkungen auf den Schienenverkehr hat. Dementsprechend müssten bereits jetzt die Weichen gestellt werden. Das betrifft unter anderem die Fahrpläne. „Im Grunde muss alles bereits drei Jahre vor Baubeginn geklärt sein“, sagt Linder.

Dieser Vorlaufzeit geschuldet ist auch der zeitliche Rahmen, den die Verantwortlichen für das Projekt anpeilen. Im Rathaus ist frühestens vom Jahr 2029 die Rede, vom Unternehmen heißt es: „Voraussichtlich Anfang der 2030er-Jahre kann die DB mit den Arbeiten starten.“

Stadt und Bahn haben lange um die zweite Unterführung gerungen. Aus Sicht der Verwaltung hat der Franck-Steg auf der Südseite keine Zukunft, weil er viel zu weit weg ist von der Stelle, an der die S-Bahnen und Regionalzüge halten. Dementsprechend wenig wird er genutzt, um die Bahnlinie zu queren und in die Weststadt zu kommen. Deshalb soll die neue Unterführung deutlich in Richtung Bahnhofsgebäude rücken. Dass der Tunnel durch das zentrale Gebäude des Franck-Areals geführt werden kann, zeigt eine Machbarkeitsstudie. Die Barrierefreiheit soll in diesem Zuge verbessert werden, auch Radler sollen deutlich besser als bisher durch den Bahnhof kommen.

Mehr Kapazitäten sind dringend nötig

Dass die Bahn dabei mitmacht, dürfte auch daran liegen, dass ihr mehr oder weniger keine Wahl bleibt. Bis zum Jahr 2040 werden täglich bis zu 78 000 Pendler prognostiziert. Das entspricht einem Plus von rund 70 Prozent im Vergleich zu heute. Schon jetzt ist es rund um die Abgänge zur Rushhour viel zu eng. Die schon bestehende Unterführung, die auf lange Sicht ebenfalls saniert werden muss, reicht in absehbarer Zeit nicht mehr. Die Idee, sie zu verbreitern, ist vom Tisch.

Die Bahn verspricht sich vom zweiten Tunnel „mehr Komfort für Reisende am Bahnhof Ludwigsburg“. Mit der zweiten Unterführung „möchte die DB mehr Kapazität schaffen und über einen zweiten direkten Weg ermöglichen, dass die Reisenden komfortabel den Bahnhof erreichen“, heißt es. Was der zweite Durchgang kosten wird, dazu macht das Unternehmen noch keine Angaben. Günstig dürfte es aber nicht werden.