Paul Breitner in der roten Trachtenjacke, die alle FC-Bayern-Legenden geschenkt bekommen. Foto: dpa

Die FC-Bayern-Legende Paul Breitner wird von Ehrentribüne verbannt. Egal. Den Querdenker zwickte seit jeher die typische Bayern-Tracht.

Stuttgart - Speckige Lederhosen. Fensterlnde Jungbauern. Saftige Wiesen. Grandiose Gipfel. Und zum Frühstück zwei Maß Bier. Das ist Bayern. Zumindest eine kitschige Vorstellung davon. Nur eines fehlt noch in dieser touristisch wertvollen Aufzählung: Es ist der FC Bayern München und seine Heldenkicker. Paul Breitner zum Beispiel.

Hipster im Musikantenstadl

Legenden nennt man sie vereinsintern. Zu erkennen sind sie an den roten Trachtenjacken mit dem Meister-Logo. Erfolgreichen Bayern-Spielern wie Franz Beckenbauer, Sepp Maier und dem genialen, offensiv verteidigenden Querkopf Paul Breitner wurden sie feierlich übergestreift. In den 70ern trug der gebürtige Freilassinger einen Afro-Look und angsteinflößende Bartkreationen im griesgrämigen Gesicht spazieren; der Abwehrgott spielte in drittklassigen Filmen mit, motzte herum, kokettierte mit der SPD und las die Mao-Bibel. Zum unvergesslichen Ober-Styler wurde Breitner aber, als er im gelben Trikot und dem „Jägermeister“-Schriftzug für Eintracht Braunschweig posierte. Eben dieses Querulantentum passt so gar nicht zum linientreuen FC Bayern München, der bekanntesten Folkloregruppe Deutschlands. Letztens wurde der 67-Jährige von der Ehrentribüne verbannt, der Grund war Breitners Kritik an Bayern Münchens Vereinsbossen. Egal. Dieses spezielle Bayern-Rot steht ohnehin nur den wenigsten. Breitner schaute in dem ollen Janker immer wie ein alter Hipster aus, der sich für den Musikantenstadl schlecht verkleidet hat.

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