Die Gerüchte haben sich bewahrheitet: Andreas „Bär“ Läsker gibt die Gastronomie im Kulturzentrum Scala ab. Mit Pascal Fetzer übernimmt ein Ludwigsburger, der selbst Kunst- und Kulturschaffender ist – und ein spätberufener Gastronom.
Nur zwei Jahre hat Andreas „Bär“ Läsker als Wirt im Ludwigsburger Scala durchgehalten. Der Manager der Fanta 4 zieht sich Ende April aus dem Kulturbetrieb wieder zurück. Pascal Fetzer freut sich schon auf seine „neue Spielwiese“.
Herr Fetzer, ist es jetzt offiziell? Sie übernehmen die Gastronomie in der Ludwigsburger Scala?
Ja, Ende Mai geht es los.
Als Gastronom geben Sie richtig Gas, haben in kurzer Zeit drei Lokale übernommen. Was ist da los?
Bei mir herrscht momentan ein wunderbares Gefühl von Aufbruchstimmung. Das hatte ich bei den vielen weltweiten Krisen schon lange nicht mehr. Jetzt habe ich eine Spielwiese, die groß genug für mich ist! Die Gerberei in Waiblingen betreibe ich ja schon seit dem Jahr 2021. Bei der Chaplin Bar in Ludwigsburg war ich bereits Teilhaber, bevor ich sie zum Jahreswechsel übernommen habe. Außerdem führen der Betriebsleiter und sein Team den Laden.
Warum das Scala?
Ich bin ein alter Ludwigsburger. Im Alter von 18 Jahren habe ich bei der Veranstaltungsgesellschaft Scala Live ein Praktikum absolviert, meine ersten Ausgeherfahrungen habe ich im Cluss-Garten gesammelt. Ich bin selbst Kunst- und Kulturschaffender und ein spätberufener Gastronom. Es gibt keinen schöneren Saal in der Region, der noch im Originalzustand ist und gleichzeitig kernsaniert, der eine hervorragende Akustik hat und ein Leuchtturm-Projekt ist. Die Gastronomie sollte dem Qualitätsanspruch folgen. Das Scala ist ein Kultladen.
Warum gibt Ihr Vorgänger Andreas Bär Läsker nach nur zwei Jahren an Sie ab?
Ich denke, er hat sich die Aufgabe leichter vorgestellt. Er ging davon aus, dass er coole Leute für den Betrieb findet. Aber das Haus braucht Aufmerksamkeit. Andreas Läsker wollte eigentlich nicht Wirt sein, er ist immer noch sehr mit den Fantastischen Vier beschäftigt.
Wie läuft der Übergang?
Die bisherige Mannschaft betreibt das Hifi noch bis Ende April und die Theken für den Kulturbetrieb bis Ende Mai. Der Biergarten bleibt geschlossen, bis ich dann übernehme.
Haben Sie schon ein Konzept?
Den Biergarten werde ich in Gastgarten umbenennen, das steht fest. Obwohl ich gerne Bier trinke. Meine Kernkompetenz ist allerdings Wein, und das Thema soll mehr platziert werden. Da gibt es in Ludwigsburg noch eine Lücke. Das Restaurant Hifi werde ich erst nach der Sommersaison wieder öffnen, vorher nur für geschlossene Gesellschaften. Am Konzept arbeiten wir noch. Zunächst muss ich das Kunstwerk vollbringen, in wenigen Wochen ein Team zusammenzustellen. Wir müssen die Gastronomie wieder zum Laufen bringen, die hat gelitten, weil nicht immer geöffnet war. Und ich muss das Haus kennenlernen und den Kulturbetrieb.
Was kommt als Nächstes?
Nun sollte es für eine Weile reichen.
Musik und Gastronomie
Vorgänger
Für Andreas „Bär“ Läsker war das Scala in Ludwigsburg nicht der erste Versuch, in die Gastronomie einzusteigen: Im Mai 2016 hatte der heute 60-Jährige die vegane Fast Food-Kette Xond gestartet. Die damals an der Hauptstätter Straße eröffnete Filiale machte aber ein Jahr später schon wieder zu. Andreas „Bär“ Läsker ist seit 1989 Manager der Band Die Fantastischen Vier.
Nachfolger
Pascal Fetzer hat zunächst Ethnologie studiert und ist dann zum Fach Dokumentarfilm an die Ludwigsburger Filmakademie gewechselt. Trotz früher Erfolge machte er keinen Abschluss, sondern übernahm stattdessen mit seinem Schwager Markus Fetzer das Gasthaus Krone im Ludwigsburger Stadtteil Alt-Hoheneck, der es immer noch führt. „Gastgeber zu sein, ist etwas, was mir sehr große Freude macht und mich ausfüllt“, sagte der 43-Jährige einmal in einem Interview.