Unsere Redakteurin Julia Theermann hatte zwar Spaß an der Veranstaltung „Mama geht tanzen“. Allerdings zeigt sich daran auch ein Missverhältnis in der Gesellschaft, findet sie.
Das vorweg: Es war schön, mal wieder tanzen zu gehen. Das Konzept „Mama geht tanzen“ stößt auf positive Resonanz. Trotzdem möchte ich Kritik üben. Nicht an den Organisatorinnen oder Besucherinnen. Aber am System, in dem sich Frauen, die für drei Stunden von der Familie Reißaus nehmen dürfen, beschenkt fühlen.
Frauen übernehmen immer noch viel mehr Care-Arbeit
Denn was sagt das über die Struktur vieler (heterosexueller) Familien aus? Dass offenbar immer noch die Frau diejenige ist, die den Hauptteil der Care-Arbeit übernimmt. Und für die es ein Konzept braucht, um sie zum Ausgehen zu bewegen. Dreht man das Ganze um (Papa geht tanzen) wie in einem Gedankenspiel des Instagram-Kanals „seiten.verkehrt“, klingt es absurd.
Warum gibt es solche Partys nur für Frauen? Ganz einfach: weil Männer sich die Freiheit nehmen, mit ihren Freunden auszugehen. Das Kind ist ja bei der Mama gut betreut.