Nach seinem umjubelten Auftritt gibt Jamie Cullum, seit sechs Jahren der Star der Jazz Open, Autogramme in der Bar Waranga auf dem Kleinen Schlossplatz in Stuttgart. Foto: Andreas Engelhard

Jamie Cullum und Stuttgart - diese Love Story endet nie. Zum sechsten Mal hat der Sänger bei den Jazz Open alles gegeben - vor dem „besten Publikum der Welt“, wie er begeistert ruft. Nach der Show feiert der Brite mit 100 Gästen im Waranga.

Stuttgart - Jump! Jamie Cullum ist pure Musik, pure Energie. Der einzigartige Entertainer versetzt sein Publikum beim Regenkonzert in Raserei. „Stuttgart, jump with me!“, ruft der britische Sänger immer wieder. 7000 Fans springen, toben, tanzen, kreischen, klatschen auf dem bebenden Schlossplatz und flippen kollektiv aus. Seit sechs Jahren in Folge ist dies bei dem Balladenkönig und Clubjazzer so, einem Charmeur mit eindringlicher Stimme, der auf Elemente des Soul und Funk zurückgreift, sich aber auch dem R’n’B, HipHop und Pop öffnet.

Jedes Mal, sagt der 39-Jährige, denkt er, jetzt müsse auch mal gut sein, das war sein vorerst letztes Konzert bei den Jazz Open. Doch dann blickt er auf die Menge, die jedes Mal noch mehr zu jubeln scheint.“You are the best crowd of the world“, ruft Cullum, ihr seid das beste Publikum der Welt, und der Beifall und die Begeisterung der 7000 schwellen zum Orkan an.

Ganz ohne Starallüren

Etwa 40 Minuten nach der Show fährt eine Mercedes-Limousine von hinten auf den Kleinen Schlossplatz – dort, wo sonst keine Autos fahren dürfen. Der Superstar des Abends steigt aus, er trägt noch die Bühnenkleidung. Unten im Waranga ist normaler Barbetrieb wie immer nachts. Jazz-Open-Chef Jürgen Schlensog führt den Briten über eine schmale Treppe nach oben. Dort warten bereits 100 Gäste, vor allem Gewinner eines Meet & Greet von Mastercard, auf den Erfolgsbringer und Stammgast der Jazz Open.

Es ist eng im oberen Stockwerk der Bar. Viele sehen den 1,64 Meter großen Jamie Cullum erst, als er auf eine kleine Erhöhung steigt. Die Gäste der After-Show-Party stimmen das „Ooooh – hoooo – hoooo – hoooo“ an, das bei jedem Konzert zum furiosen Finale wird, wenn der ganz Schlossplatz ein riesiger Chor ist.

„Jeder bekommt ihn“, ruft ein Mann der Kreditkartenfirma, seinen Gewinnern zu. Wer will, bekommt ein Selfie, ein Autogramm, ein Lächeln und ein freundliches Wort des Sängers. Ganz ohne Starallüren bewegt er sich in der Enge der Bar, nimmt viel Lob entgegen und hört immer wieder, er möge nächstes Jahr wieder zu den Jazz Open kommen.

Christina Aguilera kommt mit Lastwagen an Kostümen

Ob es ein siebtes Mal gibt? „Wir werden sehen“, sagt Promoter Jürgen Schlensog. Wenn er lauter Künstler wie Jamie Cullum hätte, wäre sein Leben einfach. Der große Bob Dylan hat bei seinem Auftritt auf der Schlossplatz-Bühne mit Lächeln und Spielfreude überrascht – doch backstage war er schwierig, ganz seinem Image folgend. Seine Leute schirmten ihn total ab, Sichtschutz bauten sie auf, damit der Nobelpreisträger in einem Tunnel zum Auto gehen konnte, ohne gesehen zu werden und rasch verschwinden zu können. Den Soundcheck hatte er vom Zelt aus gemacht, ohne selbst auf die Bühne zu steigen.

Am Samstag kommt Christina Aguilera zu den Jazz Open mit einem Lastwagen an Kostümen. Fünf- bis sechsmal wird sie sich in ihrer temporeichen Show umziehen, von Dressern unterstützt. Am Sonntag endet das Festival mit dem Elektro-Swinger Parov Stelar.

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