Blütenpracht im Rosengarten im Park der Villa Berg mit Aussicht auf die Heilandskirche und die Uhlandshöhe im Hintergrund Foto: Jürgen Brand

Im Park der Villa Berg hat das Gartenamt in den vergangenen Wochen 1915 Rosenstöcke gepflanzt. Die Anlage mit Belvedere und Brunnen bleibt eingezäunt.

S-Ost - Lauré Davoust ist eine echte mal rein weiße, mal rosige Schönheit. Sie duftet betörend und kommt auch ganz stattlich hoch daher, wenn der Winter nicht zu hart ist und auch sonst alles passt. Gezüchtet wurde sie von einem Herrn namens Jean Laffay im Jahr 1834. Der Pariser war einer der bekanntesten Rosenzüchter des frühen 19. Jahrhunderts, seine Schöpfungen waren beliebt und begehrt. Deswegen ist es gar nicht unwahrscheinlich, dass schon Königin Olga und König Karl die Lauré Davoust in ihrem Rosengarten im Park der Villa Berg in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts haben blühen sehen.

Eingerahmt wird die Rosenpracht von Geranien

Jetzt ist die Kletterrose „nach Jahren des Stillstands und der Verrottung“, wie die scheidende Bezirksvorsteherin Tatjana Strohmaier die jüngere Vergangenheit der Villa Berg und ihres Parks umschreibt, wieder in den Rosengarten zurückgekehrt. In den vergangenen Wochen haben Mitarbeiter des Garten-, Friedhofs- und Forstamts viele alte Rosensorten unterhalb des Belvederes gepflanzt. Neben der Lauré Davoust auch die Madame Boll aus dem Jahr 1850, die Louise Odier, die 1851 erstmals gezüchtet wurde, oder die Jacques Cartier aus dem Jahr 1868. Daneben blühen auch ganz neue Schönheiten, etwa Constanze Mozart (2012), Herzogin Christiana (2013) und Carmen Würth (2018). Die Farben der Blüten reichen von reinem Weiß über ganz zartes Rosa bis hin zu tiefem, kräftigem Rot. Eingerahmt wird die Rosenpracht von blauen Geranienblüten namens Rozanne.

1915 Rosenstöcke schmücken jetzt die Beete an und unter den Pergolen im Park der Villa Berg. Geschützt sind sie, die wieder hergerichtete Brunnenanlage und das ebenfalls aufwendig restaurierte Belvedere, nach wie vor durch einen hohen Zaun – der auch stehen bleiben soll. Die Frage, wie man die für mehr als 600 000 Euro sanierte historische Anlage vor Zerstörungswut dauerhaft schützen kann, beschäftigte alle Redner bei der kleinen Eröffnungsfeier im Rosengarten bei strahlendem Sonnenschein am Mittwochnachmittag. „Können wir das bewahren?“, fragte beispielsweise Volker Schirner, der Leiter des Garten-, Friedhofs- und Forstamtes, der auch ankündigte, dass die „Einfriedung“ erst einmal bleiben soll. Das Zugangstor wird morgens auf- und abends wieder zugesperrt.

Felsbrocken in Brunnen geworfen

Auch Peter H. Haller von der Stiftung Stuttgarter Brünnele, die die Sanierung des Brunnens mit finanziert hatte, äußerte sich ähnlich: „Ich hoffe, dass es eine Lösung gibt, das Ganze zu bewahren und zu schützen.“ Erst vor wenigen Tagen hätten Unbekannte Felsbrocken in das Becken geworfen und das Auslassrohr des Brunnens beschädigt.“ Er forderte die Anwohner auf, solche Vorkommnisse der Polizei oder der Stadt zu melden. In Richtung Stadt sagte er, wie wichtig es sei, dass der Brunnen so lange wie möglich im Jahr laufe – sonst werde er zum Mülleimer.

Jetzt geht es aber zunächst einmal darum, dass Carmen Würth oder die Gartenprinzessin Marie Jose die Hitze und die anhaltende Trockenheit mit Hilfe tatkräftiger Wässerung durch die Gärtner gut überstehen und dann in voller Pracht aufblühen. Und dass sich Lauré Davoust und ihre Partnerin Lykkefund an den Säulen der Pergola in rosa und weiß hochranken, damit dort bald wieder ein grünes Dach entsteht, das an heißen Tagen kühlen Schatten spendet.

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