Der Maserati Quattroporte ist ein italienischer Klassiker. Die Regierung von Papua Neuguinea hatte für den Asien-Pazifik-Gipfel im November 2018 insgesamt 40 der Nobelautos bestellt. Foto: Maserati/dpa/tmn

Für den ersten großen internationalen Gipfel im November 2018 hatte die Regierung von Papua Neuguinea mehr als 300 Luxusautos importiert. Die meisten von ihnen verschwanden danach in dunkle Kanäle. Die Polizei des bitterarmen Südsee-Staates tappt im Dunkeln.

Port Moresby - Auf Papua-Neuguinea – einem der ärmsten Länder der Welt – werden nach dem ersten internationalen Gipfeltreffen der Landesgeschichte mehr als 280 Luxus-Autos vermisst. Drei Monate nach einem großen Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) im November 2018 sucht die Polizei des flächenmäßig drittgrößten Inselstaates nach zahlreichen Fahrzeugen, die eigens für das zweitägige Treffen der Pazifik-Anrainerstaaten angeschafft worden waren.

Der Chef der zuständigen Abteilung, Dennis Corcoran, appellierte am Mittwoch an alle widerrechtlichen Besitzer, die teuren Autos sofort zurückzugeben. „Jeder, der sich auf illegalem Weg Staatseigentum angeeignet hat, wird verhaftet und angeklagt.“

284 Luxus-Autos werden noch vermisst

Für den Gipfel am 17. und 18. November 2018 in der Hauptstadt Port Moresby hatte Papua-Neuguinea im Ausland zahlreiche Neuwagen bestellt. Darunter waren neben Luxus-Geländewagen verschiedener Hersteller und drei Bentleys auch 40 Maserati Quattroporte – eine sehr auffällige, viertürige Limousine der italienischen Luxusmarke. Preis: mehr als 200 000 Dollar (170 000 Euro). Die Autos wurden eigens mit einer gecharterten Boing 747-8f von Mailand in die Hauptstadt Port Moresby geflogen.

Die Anschaffung sorgte vergangenes Jahr für viel Kritik. Der Polizei zufolge wurden nun zwar alle 40 Maserati zurückgegeben – bei 284 anderen Autos geschah dies aber nicht.

„Wir wissen nicht, wo genau die Autos sind“

Vermutet wird, dass viele Wagen jetzt privat genutzt werden. Ein Polizeisprecher sagte am Mittwoch: „Wir ermitteln derzeit noch. Wir wissen nicht, wo genau die Autos sind.“ An dem Asien-Pazifik-Gipfel hatten Staats- und Regierungschefs aus mehr als 20 Ländern teilgenommen, darunter auch China, Russland und die USA.

Papua-Neuguinea – ein Land mit etwa acht Millionen Einwohnern – gehört trotz vieler Bodenschätze zu den ärmsten Staaten der Welt. Korruption ist weit verbreitet. Im Entwicklungsindex der Vereinten Nationen (Human Development Report), einem weltweiten Vergleich, liegt Papua-Neuguinea weit hinten auf Platz 153 von insgesamt 188 Staaten.

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