Überall in der Stadt heißt es: „Onser Hoimat zom Zsammabäbba“ Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Das Panini-Album „Stuttgart sammelt Stuttgart“ ist zum Verkaufshit geworden. Mancherorts waren die Sticker rasch ausverkauft. Kioskbetreiber und Stadtfans jubeln, in Schulen wird das Heft zum Lernen eingesetzt.

Stuttgart - Keine Sorge, es reicht wieder für alle! Kurz nach Verkaufsstart des Panini-Albums „Stuttgart sammelt Stuttgart“ gab’s an etlichen Kiosken und Tankstellen betretene Gesichter. Die heiß begehrten Sticker aus der ersten Lieferung waren mancherorts nämlich alle weg!

„Die unglaubliche Nachfrage hat unsere Erwartungen weit übertroffen“, jubelt Hans Helfferich, der Geschäftsführer der Süddeutschen Zeitungszentrale Presse-Grosso GmbH. Seine Firma beliefert Verkaufsstellen in Stuttgart sowie in der Region. Von Esslingen bis Schwäbisch Gmünd – überall werden mit großem Eifer Tütchen aufgerissen, glitzernde oder normale Bildchen geklebt und gesammelt.

Eltern rühmen den „Lerneffekt“ des Sammelheftes

Die Stuttgarter Zeitung und die Stuttgarter Nachrichten sind Kooperationspartner dieser Stadtchronik. Die Redaktionen beider Blätter haben die Inhalte lektoriert und mitausgewählt. Groß ist die Freude im Pressehaus über den Zuspruch der Leserschaft und die vielen positiven Reaktionen.

Nach drei Tagen hieß es an etlichen Verkaufstätten von Zeitungen und Zeitschriften: Stuttgart-Panini? Nix geht mehr!

Doch Helfferich und seine Mannschaft reagierten umgehend. Sie schafften, so schnell es eben ging, Klebe-Nachschub herbei. „Jetzt müssten die Kioske, die meisten Tankstellen und einige Buchhandlungen wieder gut versorgt sein“, sagt er.

Noch nie habe er es erlebt, dass bei einem Sammelalbum so viele komplette Boxen mit 50 Tütchen (eines mit fünf verschiedenen Bildchen kostet 60 Cent) nachgefragt werden. Dies erklärt er mit dem „Heimatstolz“ der Stuttgarterinnen und Stuttgarter sowie mit dem Lerneffekt, der mit dem Album und den vielen informativen Texten darin verbunden sei. Geschäftsführer Helfferich berichtet von begeisterten Eltern, die sich freuten, wenn ihre Kinder die Sticker der beiden Zeitungen sammelten und nicht nur furchteinflößende Helden aus Zeichentrickserien.

Die Lerchenrainschule in Heslach etwa hat das Sticker-Heft bei drei Klassen in den Unterricht eingebaut. „Im diesjährigen Lehrplan für Flüchtlingskinder stehen drei Stunden ,Demokratie’“, berichtet Lehrerin Katja Kohler. Da passe das Album, das sich unterhaltsam und spielerisch mit der Stadtgeschichte befasst, wunderbar herein.

Bestellungen aus allen Teilen Deutschlands

Zu den Panini-Fans zählt die Allianz MTV Stuttgart. „Glückwunsch zu diesem hervorragenden Projekt!“, schreibt Markus O. Robold vom Verein. Man habe alle Spielerinnen des neu zugesammengestellten Teams der ersten Volleyball-Bundesliga der Frauen mit dem „ersklassigen Sammelalbum“, einem „idealen Stadtführer“, ausgestattet. „So lernt unsere Mannschaft, die aus vielen Ländern stammt, die neue Heimat auf eine ganz besondere Weise noch besser kennen“, schwärmt Robold. Und auch Einheimische würden auf diese Weise ihre eigene Stadt noch besser verstehen, freut er sich.

Was Oliver Wurm, einem der Macher des Stadtalbums, beim Online-Handel auffällt: „Aus ganz Deutschland gehen bei uns Bestellungen ein. Offensichtlich wollen sich viele Exil-Stuttgarter ein Stück Heimat an den neuen Wohnort holen.“ Generell sei festzustellen – wie zuvor in anderen Städten –, dass es Sammlerinnen und Sammler aus allen Altersklassen gibt. Wurm: „Wir bekommen via Instagram Fotos von sehr jungen Usern. Und am Telefon melden sich Senioren, die mit dem Shopsystem nicht klarkommen.“ Das Sammeln verbindet die Generationen, berichtet der frühere Sportjournalist: „Da tauscht die Enkelin mit dem Opa Bilder – nach dem Motto ,Suche Cro, biete die Zacke’.“

Schon jetzt besser im Verkauf als in München oder Berlin

Schon jetzt liegt, wie Oliver Wurm verrät, der Verkauf von „Stuttgart sammelt Stuttgart“ deutlich über den Zahlen, die mit Stadtalben in München, Frankfurt oder Berlin erzielt wurden. Seine Firma Juststickit hat in Modena 2,5 Millionen Stuttgart-Bildchen drucken lassen. Beim Sammeln ist Stuttgart Spitze! Wurm: „Die Schwaben sind in diesem Sport bereits auf Augenhöhe mit Hamburg und Köln.“ Grossist Hans Helfferich gibt sich damit nicht zufrieden. Alles werde er tun, „dass wir die Nummer eins von Deutschland werden“, sagt er.

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