Drei Filmemacher wetteifern darum, einen Film über den Panda-Rapper Cro machen zu dürfen: Szene aus „Unsere Zeit ist jetzt“. Foto: Verleih

Cro ist Kult. Der Stuttgarter Rapper mit der niedlichen Panda-Maske hat eine enorme Fan-Gemeinde. Carlo Waibel heißt er mit bürgerlichem Namen. Wie er aussieht, weiß kaum jemand. Erfährt man das nun endlich in seinem ersten Kinofilm „Unsere Zeit ist jetzt“, der am 6. Oktober startet?

Stuttgart - „Unsere Zeit ist jetzt“ ist ein Biopic der etwas anderen Art: In drei clever konstruierten Film-Variationen macht es sich recht verspielt auf die Fährte des Panda-Phänomens und zeigt ein bisschen, wie Deutschlands erfolgreichster Rapper Cro so tickt. Dazu wird eine hübsche Lovestory geboten, zudem Til Schweiger, der dem Affen Zucker gibt, sowie einen brillanten Ratschlag zum perfekten Kino-Date.

40 000 Euro ist das Preisgeld für eine Idee, wie man Cro möglichst cool auf die Leinwand bringt. Drei Finalisten setzen sich durch. Vanessa (Peri Baumeister), die Filmstudentin mit Asperger-Syndrom, will eine Doku über den Rapper machen. Der im Bürojob frustrierte Cartoonist Ludwig (Marc Benjamin) plant einen ambitionierten Animationsstreifen über die ­Anfänge des Panda-Musikanten. Frauenheld und Filmfreak Dawid (David Schütter) schließlich will zeigen, wie es mit Cro in 30 Jahren aussehen wird. Ein Drehbuch hat der großmäulige Sohn eines Kinobetreibers zwar noch nicht, dafür weiß er sicher, dass Til Schweiger den Rapper als Rentner spielen soll.

Der wild vergnügte Genre-Mix aus drei Varianten über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Rap-Stars wird ergänzt um eine klassische Liebesgeschichte unter dem Filmemacher-Trio. Der sensible Zeichner schwärmt für die schüchterne Vanessa. Die wiederum wird zum Objekt der Begierde des selbstgefälligen Aufreißers. Doch der Flirt-Profi versagt, worauf sich der Konkurrent wieder Hoffnungen machen kann. Unterdessen werkeln die jungen Kreativen weiter an ihren Filmvisionen.

Es gibt eine Entdeckung, die alle Cro-Fans ziemlich schockieren könnte

Dort gerät die Zukunft für den gealterten Cro zur Farce: Statt in der Schleyer-Halle („Gibt’s die überhaupt noch?“, fragt sein ergrauter Manager) muss der abgehalfterte Star bei Spargel-Festen auftreten und sich mit Howard Carpendale (leibhaftig!) prügeln. Als Trost kann er endlich jene wilden Sex-Orgien feiern, die ihm mit Maske nicht möglich waren:„Lebt alles aus, was er als Panda nicht konnte.“ Seriöser fällt die Doku-Version von Vanessa aus. In seinem ehemaligen (tatsächlich realen!) Kinderzimmer plaudert Cro über sein Lampenfieber oder die Masche mit der Maske. Dann jedoch macht die Studentin eine Entdeckung, die alle Cro-Fans ziemlich schockieren könnte. Den Skandal enthüllt sie live auf der Konzertbühne – nur wer bis nach dem Abspann bleibt, erfährt des mysteriösen Rätsels wahre Lösung.

Wie es sich für einen wilden Jungfilmer gehört, setzt Martin Schreier, Absolvent der Ludwigsburger Filmakademie, bei seinem Kinodebüt auf unkonventionelle Erzählformen. Der cineastische Cro-Cocktail aus Farce, Doku, Animation und Lovestory gelingt mit der notwendigen Lässigkeit und ironischen Brechungen. Während Til Schweiger sich mit sichtlichem Vergnügen zum eitlen Affen macht, zeigt Jung-Star David Schütter, dass er mehr drauf hat als das coole Werbe-Modell für Levis-Jeans à la Brad Pitt zu sein. Mit überzeugender Leichtigkeit mutiert der 25-Jährige vom Möchtegern-Macho zum Softie-Sensibelchen, das beim Kino-Flirt mit seinem Schwarm synchron die Dialoge aus „Die Faust im Nacken“ nachspricht. Gegen solche Leinwandpräsenz hat man eigentlich nur mit Panda-Maske eine reelle Chance. Dennoch gönnt sich Cro ein paar unmaskierte Cameo-Auftritte – für seine Fans ein hübsches Suchspiel.

Der Film kommt am 6. Oktober ins Kino.
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