Mit großer Mehrheit hat der Gemeinderat Ostfildern dafür gestimmt, das Feuerwerksfestival „Flammende Sterne“ zumindest bis 2025 fortzuführen.
Das Feuerwerksfestival „Flammende Sterne“ wird in Ostfildern bis mindestens 2025 stattfinden. Mit großer Mehrheit von 18 Stimmen folgten die Stadträte einem Änderungsantrag der Freien Wähler, das dreitägige Festival im Scharnhauser Park noch bis mindestens 2025 zu veranstalten. Allerdings setzen die Kommunalpolitiker voraus, dass der Veranstalter jährlich 10 000 Euro zusätzlich bezahlt, um die hohen Kosten der Stadt für die Infrastruktur bei dem Event zu decken.
„Dazu sind wir gerne bereit und wir freuen uns, dass es im Gemeinderat eine satte Mehrheit für das Feuerwerksfestival gibt“, kommentierte Jürgen Wünsche, Geschäftsführer der Firma MCE Ideenschmiede, die Entscheidung. Der Veranstalter freut sich, dass das Festival in fast zwei Jahrzehnten „zu einem wichtigen Bestandteil des kulturellen Lebens in Ostfildern geworden ist.“ Er hatte auch eine mögliche Gewinnbeteiligung für die Stadt ins Spiel gebracht.
Freiwilligkeitsleistungen auf dem Prüfstand
Die Fraktion der Freien Wähler hatte sich bereits im Vorfeld für den Erhalt des Festivals unter bestimmten Voraussetzungen ausgesprochen. Die Kommunalpolitiker hatten beantragt, diese wichtige Entscheidung dem Gemeinderat zu überlassen. In der jüngsten Sitzung im Stadthaus im Scharnhauser Park kam das Thema nun aufs Tapet. Oberbürgermeister Christof Bolay kritisierte zu Beginn, dass das Thema „personalisiert“ worden sei: „Es geht um die Sache.“ Er sei überzeugt, dass der Gemeinderat eine kluge Entscheidung treffen werde. Dass ihnen an einer zukunftsfähigen und für die Stadt finanzierbaren Lösung gelegen ist, zeigten die Kommunalpolitiker in der Diskussion. Denn dass bei der angespannten Haushaltslage alle Freiwilligkeitsleistungen auf den Prüfstand kommen müssten, stellte der Beigeordnete Andreas Rommel in seinen Eckdaten zum Haushalt 2024 klar.
Der Antrag der Freien Wähler, dem sich die Mehrheit mit sechs Gegenstimmen und drei Enthaltungen anschloss, geht noch weiter. Demnach soll im Jahr 2024 bis spätestens vor der Kommunalwahl vom Gemeinderat eine Grundsatzentscheidung über eine mögliche Fortführung der Veranstaltung getroffen werden – „im Sinne einer Veranstaltungsvielfalt in Ostfildern, die aus lokalen Veranstaltungen sowie den Flammenden Sternen besteht“, heißt es in dem Antrag. Außerdem soll die Verwaltung mit dem Veranstalter MCE Ideenschmiede weitere Gespräche führen „mit dem Ziel einer Gewinnbeteiligung der Stadt“.
Geteilte Meinungen in den Fraktionen
Das Feuerwerksfest sei „ein schwieriges Thema für uns Grüne“, sagte Stephanie Reinhold. „Natürlich wäre es angesichts der Klimaerwärmung, der anhaltenden Trockenheit und des Ziels der Klimaneutralität leicht zu sagen, wir lassen es.“ Es gebe in der Fraktion unterschiedliche Meinungen. Die Mehrheit schließe sich dem Antrag der FW an. Auch für die Tiere sei das Feuerwerk belastend, aber nicht vergleichbar mit Silvester. Für Reinhold hat das Fest eine wichtige gesellschaftliche Funktion: „Die Flammenden Sterne sind ein Ort, an dem Jung und Alt, Menschen mit unterschiedlichen Nationalitäten, Familien von nah und fern zusammenkommen. Orte der Begegnung und des Miteinanders wie das Fest sind wichtig.“ Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Spaltung brauche man das. Dass sich der Veranstalter mehr als bisher an den Kosten beteiligen müsse, das ist auch für die Grünen unstrittig.
In der CDU-Fraktion gingen die Meinungen auseinander. „Bei uns gibt es widerstreitende Interessen“, sagte Pamela Sichel. Wie die Freien Wähler hatten auch die Kommunalpolitiker der CDU und der Stadtverband öffentlich gefordert, die Debatte über das Feuerwerksfest im Gemeinderat zu führen und dort über dessen Zukunft zu entscheiden. „Mehrheitlich steht die CDU-Fraktion für die ‚Flammenden Sterne’, die zu einer Tradition in Ostfildern geworden sind.“ Zwischen Stuttgart und Esslingen habe es Ostfildern schwer, über die Stadt hinaus wahrgenommen zu werden. „Mit dem Feuerwerksfestival haben wir ein Alleinstellungsmerkmal von überregionaler Bedeutung.“ Für Marketing-Events gäben andere Städte viel Geld aus. „Bei den ‚Flammenden Sternen’ trägt der Veranstalter das Risiko.“
Differenziert hat sich auch die SPD mit dem Festival auseinandergesetzt. Fraktionschefin Stefanie Sekler-Dengler verwies auf das unterschiedliche Meinungsbild. Auf eine einmalige Fortsetzung 2024, um den Veranstaltern zum 20-jährigen Jubiläum einen guten Abschluss zu bieten, habe sich die Mehrheit geeinigt. Sie favorisiere Formate wie den „Gartentraum“ oder das Drachenfest, bei dem die Menschen aus den Stadtteilen zusammenkämen. Werner Schmidt (SPD) schloss sich dem Antrag der FW-Fraktion an, weil er das Festival seit der Landesgartenschau als identitätsstiftende Veranstaltung sieht. Auch Robert Langer (FDP) sprach sich für die „Flammenden Sterne“ aus. Er forderte, dass zügig über die Zukunft des Festivals diskutiert wird. Bis man ein neues Format gefunden habe, will er am bisherigen Konzept festhalten. Dass die Bürger mit entscheiden, forderte Jutta Zwaschka (Linke). Der Antrag der SPD, vom Veranstalter 15 000 Euro zusätzlich einzufordern, fand keine Mehrheit.
„Flammende Sterne“ vom 25. bis 27. August
19. Auflage
Die 19. Auflage des Festivals „Flammende Sterne“ findet vom Freitag bis Sonntag, 25. bis 27. August, im Scharnhauser Park statt. An dem dreitägigen Festival beteiligen sich auch viele Vereine aus Ostfildern und der Umgebung. Nähere Informationen auf der Homepage https://flammende-sterne.de
Parken und Bahn
Falschparker sind ein großes Problem an den drei Tagen. Darauf hat die Stadtverwaltung Ostfildern in ihrer Vorlage zur Zukunft des Festivals verwiesen. Die Veranstalter bieten wieder ein Kombi-Ticket an, damit die Menschen mit dem Bus oder mit der Stadtbahn zum Festival kommen können.
Programm
Am Freitag, 25. August, ist die Gruppe Devico aus Belgien zu Gast. Am Samstag, 26. August, treten „Fireworks America“ aus den USA auf. Am Sonntag, 27. August, komplettieren Nanos Fireworks aus Griechenland das Trio. Alle Musikfeuerwerke beginnen um 22.15 Uhr. Siegerehrung am Sonntag gegen 22.45 Uhr.