Das neue Handbuch für Erzieherinnen soll die Qualitätsstandards an den städtischen Kindertagesstätten in Ostfildern sichern und weiterentwickeln. Foto: dpa

Ein Qualitätshandbuch soll den Mitarbeiterinnen der städtischen Kindertageseinrichtungen in Ostfildern Hilfe bei ihrer pädagogischen Arbeit bieten.

Ostfildern - Es ist ein dicker Wälzer geworden, das Qualitätshandbuch für die Erzieherinnen in Ostfilderner Kindertagesstätten. Mehr als 350 Seiten umfasst das von den Leiterinnen mit Begleitung durch einen Pädagogikprofessor erarbeitete Werk, das laut einer Mitteilung der Verwaltung allen Mitarbeiterinnen in städtischen Einrichtungen Transparenz und Sicherheit in der täglichen Arbeit bieten soll.

Die Qualitätssicherung der pädagogischen Arbeit in den städtischen Kindertageseinrichtungen ist demnach ein fester Bestandteil des Orientierungsplans. Als deren Träger sei die Stadt verpflichtet, für die Sicherung, Weiterentwicklung und auch für die Bewertung der erzieherischen Arbeit Sorge zu tragen. Aus dieser Grundhaltung heraus sei in den vergangenen vier Jahren ein „passgenaues und auch praxisrelevantes“ Handbuch entstanden, das die Leiterinnen der Kindergärten mit der Unterstützung des Sozialpädagogik-Professors Hans Wagner von der Hochschule Esslingen entwickelt hätten. Es wurde in der jüngsten Sitzung des städtischen Verwaltungsausschusses vorgestellt.

Gleiche Standards für alle Einrichtungen

Im Zuge der Erarbeitung seien viele „Ideen, Anregungen, Verbindlichkeiten und Regeln für die Arbeit in den Einrichtungen zusammengekommen“, erklärte Rose Sonnet-Fuchs, die Fachberaterin für Kindertageseinrichtungen. Dabei sei es den Leiterinnen ein Anliegen gewesen, eng mit den Erzieherinnen zusammenzuarbeiten und im Konsens mit ihnen die inhaltlichen Schwerpunkte festzulegen. „Die vorhandene pädagogische Qualität der Arbeit sollte gesichert und weiterentwickelt werden“, sagte Rose Sonnet-Fuchs.

Das Handbuch gebe nun einen Rahmen vor, in dem sich jede Einrichtung verpflichte, die gleichen Standards zu erfüllen und gleichzeitig einen Spielraum dafür zu bieten, das Profil der Einrichtung bedarfs- und quartiersbezogen zu schärfen.

Der Leitfaden gliedere sich in drei Themenbereiche. Der erste Teil beziehe sich auf die pädagogische Arbeit mit den Kindern und öffne das Spektrum vom Blick auf das Kind über die Eingewöhnung, die Beobachtung und das Portfolio, die Sprache, Teilhabe, Raumgestaltung und Inklusion bis hin zu Kindeswohl und Ernährung. Im zweiten Abschnitt stünden die Eltern im Mittelpunkt mit Themen wie Erziehungspartnerschaft, Anmeldung und Aufnahme sowie Beschwerdemanagement. Den Abschluss bildet ein Blick auf den Bereich Personal mit den Themen Leitung, Teamarbeit, Ausbildung, Krisenmanagement, Öffentlichkeitsarbeit und Essensbereitstellung in den Einrichtungen.

Handbuch ist bereits im Einsatz

In den Kindertagesstätten der Stadt sei das Handbuch bereits im Einsatz und „schnell von allen Fachkräften angenommen worden“, berichtete Rose Sonnet-Fuchs. Es biete den Erzieherinnen Transparenz und Sicherheit bei der Arbeit und neuen Mitarbeiterinnen zudem eine Orientierung in der Einrichtung: „Sie haben von Anfang an einen roten Faden.“

Freilich sei das Qualitätshandbuch nach vier Jahren Arbeit mit mehr als 350 Seiten relativ dick geworden, bekennt Rose Sonnet-Fuchs. Gleichwohl sei es aber „noch nicht abgeschlossen“. So sei bisher das Themenfeld „Kooperation von Kindertageseinrichtung und Schule“ noch nicht abgedeckt. Doch es sei „schon in Bearbeitung und wird dann entsprechend nachgetragen“, erklärte Rose Sonnet-Fuchs.

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