Die Ludwigsburger Filmemacher haben auch Schauspieler zu ihren Vorstellungen eingeladen.In Herrenberg gibt es die Aussicht vom Schlossberg gratis zum Film dazu. Foto: Reiner Pfisterer

Die Open-Air-Kinos in der Region Stuttgart rüsten sich für die neue Saison. Neben den Filmen locken viele Specials. Unsere digitale Karte zeigt, wann man wo unter freiem Himmel welche Streifen ansehen kann.

Böblingen - Ein lauer Sommerabend, in der Hand eine Tüte mit Popcorn, auf der Leinwand läuft ein spannender Film: Sommerzeit ist Open-Air-Kino-Zeit. Überall in der Region Stuttgart sind die Organisatoren jetzt fieberhaft mit den letzten Vorbereitungen für die neue Saison beschäftigt. Besonders viele Gedanken haben sie sich über ihre Programme gemacht.

In Herrenberg (Kreis Böblingen) stehen die Organisatoren des Sommernachtskinos auf dem Schlossberg bereits in den Startlöchern. Am Mittwochabend, 18. Juli, läuft dort nämlich schon der erste Film an. Gezeigt wird „Dieses bescheuerte Herz“. Allerdings ist der Abend ein Dankeschön der Stadt Herrenberg an alle Ehrenamtlichen, deshalb kommt an diesem Abend nur rein, wer eine entsprechende Einladung hat. Der erste für alle Kino-Fans zugängliche Film ist dann „Die Verlegerin“ mit Meryl Streep und Tom Hanks am Donnerstag, 19. Juli.

Kein „Mainstream-Brei“

Wie im vergangenen Jahr auch setzt der dortige Organisator Ralph Giesert beim Programm wieder auf eine Mischung aus Blockbustern und künstlerischen Filmen. Deshalb wird sowohl „Mamma Mia 2“ als auch „The Shape of Water“, die Geschichte über eine Liebe zwischen einer jungen Frau und einem Fischwesen, gezeigt. „Damit erreicht man natürlich nicht die breite Masse“, sagt Giesert. Ihm ist es jedoch wichtig, auch Filme abseits der großen Kinoerfolge zu zeigen, damit dieses Genre weiterhin Bestand hat. „Sonst ist irgendwann alles nur noch Mainstream-Brei“, befürchtet er. 500 Besucher an einem solchen Abend in seinem Kino, dessen Kapazität 2000 Plätze umfasst, wären schön. „Damit wäre ich sehr zufrieden.“

Im Gegenzug versucht der Kinomacher, an anderen Abend durch Highlights besonders viele Kinofans anzulocken. So kommt am Samstag, 28. Juli, wenn der Film „Da goht dr Doig“ gezeigt wird, jemand von der Filmcrew auf den Schlossberg und berichtet von der Entstehung des schwäbischen Streifens.

Das Konzept in Ludwigsburg

Ähnlich sieht das Konzept des Ludwigsburger Sommernachts-Open-Air-Kinos aus, sagt Rainer Storz, der Kinokult-Geschäftsführer, der die 26. Auflage des dortigen Kinos unter freiem Himmel organisiert. So hat er etwa zwei junge Schauspieler des Films „303“, der am Samstag, 28. Juli, läuft, in die Karlskaserne eingeladen. „Die Stars von morgen zum Anfassen“, nennt er dieses Highlight seines Programms. Außerdem hat Storz mit „Sauerkrautkoma“ (4. August) und „Dodokay: Die 1000 Glotzböbbel vom Dr. Mabuse“ (10. August) zwei Previews im Programm. Für diesen Tag ist auch eine Liveshow mit dem Reutlinger Dodokay geplant. Ein Familienabend, an dem „Jim Knopf & Lukas der Lokomotivführer“ (1. August) läuft, sowie die Vorführung des Klassikers „Saturday Night Fever“ (2. August) runden Storzes Sonderprogramm ab. „Wir müssen programmatisch immer etwas drauflegen“, sagt der Kinomacher.

Ein Highlight des Open-Air-Kinos am Stuttgarter Mercedes-Benz-Museum ist beispielsweise die „European Outdoor Film Tour“ mit spektakulären Abenteuerfilmen, sagt Friederike Valet, die Sprecherin des Museums. Allerdings sind die Tickets jetzt schon ausverkauft. „Aus diesem Grund haben wir 2018 die Ocean Film Tour erstmals zusätzlich noch mit ins Programm aufgenommen.“ Dabei präsentiert das Kino am Dienstag, 28. August, herausragende Filme rund um die Themen Ozean und Wassersport. Allerdings ist auch hierbei sowie bei allen anderen in Stuttgart gezeigten Filmen Schnelligkeit gefragt. „Letztes Jahr waren wir bei fast jedem Film komplett ausverkauft. Auch dieses Jahr rechnen wir mit einem Ansturm“, sagt Valet.

Bedeutung der Location

Neben dem Programm ist auch die Location für den Erfolg des Open-Air-Kinos entscheidend, sagt Ralph Giesert. Das Ambiente trage sehr zum Wohlbefinden der Gäste bei. „Wir haben Glück, so eine Kulisse wie den Schlossberg zu haben.“ Allerdings berge diese auch ihre Tücken. So müsse jeder Zuschauer zu Fuß die Stufen des Schlossbergs erklimmen, Parkplätze gebe es oben fast keine. Menschen mit Handicap könnten sich allerdings natürlich mit dem Auto nach oben fahren und dann dort absetzen lassen, sagt Giesert.

Die Ludwigsburger Kinomacher kämpfen derweil mit der begrenzten Zahl der Parkplätze in der Innenstadt. Dort finden außerdem zwei andere Veranstaltungen parallel statt. Rainer Storz rät deshalb dazu, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Rad zur Karlskaserne zu kommen. Die Fahrradparkplätze würden in diesem Jahr zum ersten Mal bewacht. „Die Räder sind sicher“, verspricht Storz.

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