Jungwinzer Thomas Diehl (links) und Weinkolumnist Holger Gayer, Chef vom Dienst der Stuttgarter Zeitung und der Stuttgarter Nachrichten, bei der Online-Weinprobe im Pressehaus Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Ein Genusswein wie der Grauburgunder liegt Corona-bedingt im Trend, da die Menschen daheim genießen wollen. Bei der Online-Weinprobe im Pressehaus Stuttgart überzeugt neben diesem Weißwein auch der unterschätzte Trollinger.

Stuttgart - „Der Klimawandel begünstigt die Burgundersorten“, sagt Jungwinzer Thomas Diehl aus Rotenberg. Wenn es immer wärmer wird, hat es der Riesling, bisher die Nummer eins, was die Qualität deutscher Weine angeht, schwer. Ein „Boom beim Grauburgunder“ zeichnet sich ab, wie der 28-Jährige im Gespräch mit Weinkolumnist Holger Gayer, dem Chef vom Dienst bei der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten, betont. „Wir werden immer mehr zum Genießerland“, bemerkt Diehl live aus dem Pressehaus, „gerade durch Corona haben wir gelernt zu genießen.“

Woher stammt die Heroldrebe?

So unterhaltsam wie lehrreich ist die digitale Weinprobe, die am Mittwochabend zum zweiten Mal von der Stuttgarter Zeitung Werbevermarktung veranstaltet worden ist. Dem Genuss dienen nicht nur die sechs Weine aus Rotenberg, die sich viele Leserinnen und Leser zum Testen nach Hause schicken ließen (die Weinpakete sind im Online-Shop der StZ weiterhin erhältlich). Ebenso ein Vergnügen ist es, wie sich Gayer und Diehl mit Witz, aber auch mit Insiderwissen die Bälle zuspielen.

Die Heroldrebe, so drückte es der Jungwinzer aus, wird „vor allem von Seniorenleuten“ geschätzt. Wie alt bei ihm „Seniorenleute“ sind, will Gayer wissen, erhält aber darauf keine genaue Antwort. Wenn man junge Leute dazu bringt, fährt Diehl fort, diese Sorte zu probieren, seien auch diese meist davon sehr angetan. Dieses Thema gefällt – wen wundert’s? – Holger Gayer: Die Heroldrebe ist in Lauffen am Neckar, wo der Weinkolumnist lebt, zum ersten Mal gekreuzt worden.

Was die Lieblingsweine von Gayer und Diehl sind

„Wir müssen wieder lernen, für die für unsere Region typischen Produkte einzustehen“, appelliert Diehl. Damit rennt er offene Türen beim Moderator ein, der am Ende den Trollinger zu seinem Lieblingswein des Abends erklärt.

Selbst die „New York Times“ hat jüngst den Trollinger aus Württemberg in den höchsten Tönen gelobt. Lange Zeit sei dieser Rotwein ein Massenprodukt gewesen, das sich gut verkaufen ließ. Dabei habe man die Qualität vernachlässigt, sagt Gayer. Doch seit einigen Jahren feiert der Trollinger, das „Blut der Schwaben“, sein Comeback. Thomas Diehl kürt für sich den Riesling, die Königin der Rebsorten, zum Sieger des Abends. In der Übergangszeit vor dem kalten Winter trinkt der Winzer eben gern gekühlten Weißwein.

Die Sendung kann man weiterhin auf Youtube abrufen

Auch über Marketing sprechen die beiden. Die Vermarktung werde immer wichtiger, sind sich der Winzer und der Zeitungsmann einig. Der 28-Jährige aus Rotenberg hat es vorgemacht mit seinem Hamsterwein in der Pandemie, der über Nacht zum Verkaufshit in ganz Deutschland geworden ist. „Wir verkaufen nicht nur Wein, wir verkaufen Genuss“, betont er und verbreitet Stolz auf die Herkunft: „Wir Schwaben müssen uns zurückbesinnen auf das, was wir sind – Macher und Pioniere.“

Die Sendung aus dem Pressehaus Stuttgart kann weiterhin bei Youtube aufgerufen werden. Im Online-Shop der StZ gibt’s die Weinpakete.

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