Bunt leuchten die Olympischen Ringe am Olympiastadion in Berlin – beim Entscheid ging die Stadt aber leer aus. Foto: dpa

Manchmal kommt es im Sport darauf an, den Sieg noch ein bisschen mehr zu wollen als der Gegner. Hamburg jedenfalls ließ wenig Zweifel daran, dass die Stadt und ihre Bürger der Idee einer Olympia-Bewerbung offen gegenüberstehen. Offener jedenfalls als Berlin, das vielleicht ein bisschen zu satt und zu siegessicher ins Rennen der Bewerber ging, meint unser Sportchef Gunter Barner.

Stuttgart - Der Bonus als Bundeshauptstadt und weltweit geschätzte Metropole reichte jedenfalls nicht aus, um die Vertreter des deutschen Sports zu überzeugen. Deutschland geht mit Hamburg ins Rennen um die Olympischen Sommerspiele 2024 oder 2028.

Auch wenn das internationale Renommee der Hafenstadt noch Luft nach oben hat, chancenlos ist die Bewerbung keinesfalls. Der Rückhalt bei den Bürgern ist größer als in Berlin, das Konzept mit Olympischen Sommerspielen im Herzen der Stadt am Ufer der Elbe hat Charme. Und Hamburg könnte beim reformwilligen Internationalen Olympischen Komitee (IOC) damit punkten, dass es dem Gigantismus früherer Spiele entschlossen ein Ende setzt. Klein, aber fein. Ausufernde Kosten, Neubauten ohne späteren Verwendungszweck und nutzlosen Prunk dürfen sich die Olympischen Spiele nicht mehr leisten.

Ohnehin ist Hamburg von den Skandalen und explodierenden Kosten um die Elbphilharmonie geprägt. Die Bürger des Stadtstaates, aber auch im restlichen Land werden sich für die Bewerbung nur dann dauerhaft erwärmen, wenn ihre Macher transparent, bescheiden sowie mit Maß und Ziel agieren. Die Olympischen Sommerspiele 2024 nach Deutschland zu holen ist ein ehrgeiziges Projekt. Aber eines, für das es sich zu kämpfen lohnt.

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