Kekommt Konkurrenz: Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) Foto: dpa

Horbs Oberbürgermeister Rosenberger will bei Mannheimer OB-Wahl im Juni Amtsinhaber Peter Kurz aus dem Amt kegeln.

Mannheim - Horbs Oberbürgermeister Peter Rosenberger will Rathauschef in seiner Geburtsstadt Mannheim werden. Auf dem Ticket der CDU soll der 42-Jährige dem SPD-Amtsinhaber Peter Kurz Paroli bieten und die Christdemokraten damit aus der Talsohle führen. Doch die Hürden für den Kandidaten sind hoch. Seit 1972 stellen die Sozialdemokraten den OB in der Kurpfalz-Metropole, und bis zur Wahl hat Rosenberger gerade einmal vier Monate Zeit.

Amtsinhaber Peter Kurz saß lange Zeit recht fest im Sattel. Seit 2007 führt er die Kommune. In diese Amtszeit fallen die Umgestaltung der Innenstadt, kulturelle Großprojekte und die Schaffung von Wohnraum. Allerdings trüben in jüngster Zeit zwei Ereignisse seine Bilanz. So hat die Kampagne für die Bundesgartenschau 2023 die Bevölkerung gespalten, die Mehrheit für die Millionenausgaben fiel denkbar knapp aus. Bis heute schwelt der Streit, nicht zuletzt befeuert vom Ausgang einer Mitgliederbefragung der CDU: Die Christdemokraten sagten Nein, obwohl ihre Gemeinderatsfraktion zuvor Ja gesagt hatte. Außerdem kratzt der jüngste Hygieneskandal am Uniklinikum, dessen Aufsichtsratsvorsitzender Kurz ist, am Image des OB.

Ob dies ausreicht, dem „roten Peter“, wie man den Sozialdemokraten nennt, ernsthaft gefährlich zu werden, bezweifeln aber nicht nur SPD-Kommunalpolitiker. Grüne und Linke im Stadtparlament haben ihm bereits die Treue geschworen. Und die christdemokratische Macht ist überschaubar. Die Union hat seit 1999 einen starken Abwärtstrend zu verzeichnen. Vor 16 Jahren war die Partei noch auf 23 Sitze gekommen, inzwischen sind es gerade einmal zwölf. Auch der Versuch des Karlsruher Bundestagsabgeordneten Ingo Wellenreuther, 2007 an die Rathausspitze zu gelangen, scheiterte. Der Kandidat war blass geblieben.

Am 14. Juni will die gebeutelte CDU – Kreisvorsitzender ist der Landesvorsitzende der Jungen Union, Nikolas Löbel – nun zur Attacke blasen und mehr Menschen an die Urne bringen. Das könnte sogar gelingen. Denn neben Rosenberger wirft auch ein Stadtrat der Mannheimer Liste, Christopher Probst, seinen Hut in den Ring. Ihm trauen Kommunalpolitiker ein Ergebnis von 20 Prozent plus zu, da die Mannheimer Liste bei Gemeinderatswahlen traditionell immer gut abschneidet. Eine hohe Wahlbeteiligung könnte dann Garant dafür sein, dass es zumindest einer Stichwahl bedarf, um den neuen Chef im Rathaus zu küren.

Warum es Horbs Oberbürgermeister nach Mannheim zieht, bleibt bislang im Dunkeln. Zwar hatte der CDU-Mann zu Beginn seiner Amtszeit in der liberalen Hochburg einen schweren Stand, doch mittlerweile habe man sich an den „Mannemer“ gewöhnt, heißt es in dem Städtchen am Rand des Schwarzwalds. Gerade deshalb ist die Überraschung groß. Hatte der dreifache Familienvater doch stets betont, dass er sich in Horb wohlfühle. Rosenberger steckt noch mitten in seiner ersten Amtszeit, die bis 2017 geht. Bei einem Scheitern in Mannheim wäre seine Position in Horb mit Sicherheit nicht gestärkt.

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