Das Treffen der Projektpartner am Freitag hat keine Klarheit über den Terminplan von S 21 gebracht. Stuttgarts OB Frank Nopper fordert von der Deutschen Bahn bis Ende Mai Klartext zur Inbetriebnahme des Durchgangsbahnhof.
Herr Nopper, seit Freitag ist klar: Beim Terminplan für Stuttgart 21 ist nichts klar. Hat sie das überrascht und wie groß ist ihre Enttäuschung darüber?
Die Überraschung ist gering, die Enttäuschung ist sehr groß.
Das Szenario einer Eröffnung in Etappen ist den Bahnkunden längst nicht mehr zu vermitteln. Auch der Imageschaden für Stuttgart ist riesig . . .
Jede Verzögerung von S21 verlängert das langjährige Leiden der Bahnkunden unter den äußerst unzulänglichen Zuständen im Stuttgarter Hauptbahnhof sowie unter der völlig veralteten Schieneninfrastruktur in Stuttgart, Stadt und Region. Stuttgart 21 darf nicht das Dauerimage der ewigen und unvollendeten Baustelle erhalten.
Warum ist der zügige Rückbau der oberirdischen Gleisanlagen des Kopfbahnhofs so elementar?
Weil wir in Zeiten großer Wohnungsnot baldmöglichst das Rosenstein-Quartier realisieren wollen und müssen – mit bis zu 5700 Wohnungen. Die Verzögerung von Stuttgart 21 verzögert auch die städtebauliche Aufwertung des Arnulf-Klett-Platzes, der Arnulf-Klett-Passage und von Teilen der Unteren Königstraße.
Was sind die nächsten Schritte?
Wir brauchen bis Ende Mai verbindliche Klartextansagen zur Inbetriebnahme des Durchgangsbahnhofs und einen konkreten Fahrplan für die nächsten Schritte.
Was erwarten Sie als OB der Landeshauptstadt von der Deutschen Bahn?
Wir erwarten von der Deutschen Bahn, dass sie bei S 21 volle Kraft voraus fährt, mit voller Transparenz verfährt und alles unternimmt, damit S 21 als größtes Verkehrsinfrastrukturprojekt in Deutschland doch noch zu einer Erfolgsgeschichte wird. Und nicht zuletzt erwarten wir ein klares Bekenntnis von Bund und Bahn zum Pfaffensteigtunnel und damit zur Anbindung der Gäubahn an den Flughafen sowie zum Digitalen Knoten.