Supermarkt-Kunden können an der Kasse schon teils mit Smartphones zahlen. Foto: Netto Marken-Discount

Mobiles Einkaufen, Online-Banking oder Blutdruck-Messen. Die Deutschen setzen Smartphones immer häufiger ein.

Mobiles Einkaufen, Online-Banking oder Blutdruck-Messen. Die Deutschen setzen Smartphones immer häufiger ein.

Stuttgart/Berlin - Der Siegeszug der Smartphones ist ungebremst. Seit Einführung des ersten iPhones vor sieben Jahren haben sich immer mehr Deutsche ein internettaugliches Handy zugelegt. 26,4 Millionen Geräte wurden 2013 verkauft. Dieses Jahr soll der Absatz um rund zwölf Prozent auf knapp 30 Millionen steigen. Damit haben nur noch ein Fünftel der verkauften Mobiltelefone keinen Anschluss ins Internet. Der Umsatz mit mobilen Datendiensten soll dieses Jahr auf 9,3 Milliarden Euro steigen. „Noch nie hat sich ein Hightech-Gerät wie das Smartphone in einer vergleichbaren Geschwindigkeit durchgesetzt“, sagte Jens Schulte-Bockum, Präsidiumsmitglied des Bitkom. Der IT-Branchenverband hatte unter anderem in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) Absatz und Nutzung von Smartphones untersucht.

Demnach erledigen die Deutschen mit dem Smartphone immer mehr Alltagsdinge von unterwegs, indem sie das mobile Internet nutzen. Sie surfen auf Webseiten, schreiben Mails, navigieren sich mit virtuellen Karten durch die Stadt oder vertreiben sich die Zeit mit Online-Spielen. Aber auch sensible Bereiche wie der Einkauf und das Banking im Internet werden immer häufiger genutzt. Und die Zahl jener, die noch mehr von unterwegs erledigen möchte, wächst. So möchten Smartphone-Besitzer künftig die Heizung im Haus steuern, ihren Blutdruck messen oder die Tür öffnen. Also jene Dienste, die zurzeit aufgebaut werden, aber noch nicht komfortabel funktionieren. Dennoch gehen inzwischen mehr Verbraucher mit mobilen Geräten wie Smartphone, Tablet oder Laptop ins Internet als mit dem heimischen Tischrechner. Und immer mehr Firmen passen ihre Dienste an die mobile Nutzung an. „Insbesondere bei Start-ups gilt häufig das Motto ,mobile first’“, betonte Schulte-Bockum.

Während die Telefonkonzerne immer mehr Geld mit Datendiensten verdienen, geht der Umsatz bei der Sprachtelefonie zurück. Dieses Jahr soll er um sechs Prozent auf 10,9 Milliarden Euro sinken. Ein Grund ist die harte Konkurrenz, der die Wettbewerber zu immer günstigeren Sprach-Flatrates zwingt. Der Verbraucher profitiert davon: „Noch nie konnte man so günstig per Handy telefonieren wie heute“, sagte Schulte-Bockum. Da sich der Wettbewerb auch bei den Smartphone-Herstellern verstärkt, stehen technisch bessere Geräte zum gleichen Preis in den Regalen wie in den Jahren zuvor. Im Schnitt kostet ein Smartphone derzeit 314 Euro. Darunter sind Premium-Smartphones mit riesigen Bildschirmen – so genannte „Phablets“ – als auch günstige Varianten für Einsteiger. „Der Markt differenziert sich immer mehr aus“, sagt ein Branchenexperte. „Die Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen.“

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