Bei der Unglücksmaschine handelt es sich um einen Aeroflot-Jet des Typs Sukhoi SSJ100 Foto: dpa

Ein Aeroflot-Jet legte am Flughafen Scheremetjewo in Moskau eine Bruchlandung hin. Die Maschine ging in Flammen auf. Mindestens 40 Menschen starben bei dem Unglück. Nun suchen Ermittler nach der Ursache.

Moskau - Nach einer Notlandung und dem Brand eines Flugzeugs auf einem Moskauer Flughafen mit Dutzenden Toten suchen die Ermittler nach der Ursache. Mindestens 40 Menschen starben, als ein Aeroflot-Jet des Typs Sukhoi SSJ100 am Sonntagabend am Flughafen Scheremetjewo eine Bruchlandung hinlegte und in Flammen aufging. Mehrere Menschen wurden verletzt, einige schwer.

Eine Sprecherin des Ermittlungsteams, Elena Markowskaja, sprach in der Nacht auf Montag von 41 Toten und 37 Überlebenden. Gesundheitsministerin Veronika Skwortsowa sagte dagegen, 38 Menschen hätten überlebt, und implizierte, dass 40 der 78 Menschen an Bord gestorben seien. Am Sonntagabend war noch von 13 Toten die Rede gewesen. An Bord der Maschine des Typs Sukhoi SSJ100 befanden sich 73 Passagiere und 5 Besatzungsmitglieder. Unter den Opfern sind laut den Ermittlern mindestens zwei Jugendliche sowie ein Crewmitglied.

Das Feuer brach nach einer harten Notlandung aus. Die Maschine raste das Rollfeld hinunter, riesige Flammen und schwarzer Rauch waren auf Videoaufnahmen zu sehen. Die Flammen schienen aus dem hinteren, unteren Teil des Flugzeugs zu kommen. Die Videos zeigten Menschen, die über aufblasbare Rutschen aus der brennenden Maschine entkamen und über das Rollfeld und den Rasen rannten. Einige trugen Gepäck. Die Piloten hätten augenscheinlich keine Zeit gehabt, vor der Notlandung Treibstoff abzulassen, berichteten russische Medien.

Flugzeug wird hauptsächlich in Russland eingesetzt

Der Flughafen Scheremetjewo teilte mit, das Flugzeug sei aus technischen Gründen zurückgekehrt und hart gelandet. Es war von Moskau aus auf dem Weg in die nordrussische Stadt Murmansk, kehrte jedoch wegen nicht genauer beschriebener Probleme in der Luft um. In manchen Medienberichten hieß es, das Flugzeug sei beim Landen mehrmals aufgeprallt.

Der Hersteller Sukhoi teilte mit, die Maschine sei Anfang April gewartet worden. Laut der Fluggesellschaft Aeroflot hatte der Pilot 1400 Flugstunden Erfahrung mit dem Jet.

Die auch Superjet genannten SSJ100 ist ein zweistrahliges Regionalflugzeug. Das Modell wurde 2011 mit lauten Fanfaren in Dienst gestellt - als Symbol für einen Aufschwung der in Schwierigkeiten steckenden russische Flugzeugindustrie. Der Ruf des Flugzeugtyps nahm jedoch Schaden, nachdem in einigen horizontalen Stabilisatoren Fehler gefunden wurden.

Das Flugzeug wird hauptsächlich in Russland eingesetzt, doch auch manche Airlines anderer Länder nutzen es, darunter in Armenien und Mexiko. Das Unglück ist das zweite tödliche mit einer SSJ100. 2012 prallte eine Maschine des Typs bei einem Demonstrationsflug in Indonesien an einen Berg. Alle 45 Menschen an Bord kamen ums Leben.

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