Alexander Zorniger: Sein erstes Bundesliga-Spiel hat sich der Trainer wohl anders vorgestellt Foto: dpa

Missglücktes Bundesliga-Debüt für den neuen VfB-Coach: Zum Abschluss des ersten Bundesliga-Spieltags muss der VfB Stuttgart gegen den 1. FC Köln eine bittere 1:3-Niederlage einstecken. Die Elf von Alexander Zorniger war über weite Strecken das bessere Team, belohnte sich jedoch nicht für ihren Aufwand.

Stuttgart - Missglücktes Bundesliga-Debüt für den neuen VfB-Coach: Zum Abschluss des ersten Bundesliga-Spieltags muss der VfB Stuttgart gegen den 1. FC Köln eine bittere 1:3-Niederlage einstecken. Die Elf von Alexander Zorniger war über weite Strecken das bessere Team, belohnte sich jedoch nicht für ihren Aufwand. Damit setzten die Roten ihre Negativserie gegen den FC fort, gegen den sie seit nunmehr elf Heimspielen keinen Dreier einfahren konnten.

Die Partie begann gleich mit einem Hallo-Wach-Effekt: Matthias Lehmanns Distanzschuss aus rund 18 Metern krachte an den linken Innenpfosten (2. Minute) – die erste dicke Chance für FC Köln nach wenigen Minuten. Der VfB sortierte sich zunächst einmal und ließ die Kölner agieren.

Nur kurze Zeit später holte dann Daniel Didavi den Hammer raus und knallte das Leder aus gut 20 Metern an die Querlatte (6.) – 1:1 nach Aluminiumtreffern. Die Stuttgarter wurden allmählich aktiver, attackierten den Gegner früher und eroberten dadurch häufiger den Ball. In der Folge erspielten sich die Roten die nächste Chance. Christian Gentner kam zentral vor dem Strafraum zum Schuss, und wieder prallte das Spielgerät an den linken Pfosten (11.). Die Mannen mit dem roten Brustring drängten die Kölner nach und nach in die Defensive und wurden somit spielbestimmender.

Stuttgarter Druckphase

Daraufhin erarbeitete sich Stuttgart die nächste Großchance. Nach einem weit getretenem Freistoß von Didavi stieg Adam Hlousek rechts im Fünferraum am höchsten und zwang Timo Horn mit seinem Kopfball zu einer Glanzparade (22.). Die Domstädter gerieten auch in der weiteren Spielzeit weiter unter Druck.

Nach rund einer halben Stunde hielten die VfB-Fans dann den Atem an. Didavi rauschte bei einem Fallrückzieher-Versuch mit Gentner zusammen, blieb liegen und hielt sich das linke Knie. Doch nach kurzer Pause ging es für den Spielmacher weiter.

Stuttgart ließ zwar weiterhin nicht nach, doch fehlte es im letzten Drittel noch zu häufig an der Genauigkeit in den Aktionen. Und so kam nach längerer Zeit auch der FC wieder zu Törmöglichkeiten. Fünf Minuten vor der Halbzeitpause verzog Leonardo Bittencourt aus rund 20 Metern nur knapp. Damit blieb es beim 0:0 nach 45 Minuten.

Mangelnde Chancenverwertung

Aus der Kabine kamen die VfB-Akteure sichtlich entschlossen. Klein legte eine Flanke von links auf Ginzcek ab, der die Riesenchance jedoch aus wenigen Metern (47.) vergab. Kurz daraufhin folgte die nächste Gelegenheit durch Didavi, der allerdings im FC-Keeper Timo Horn seinen Meister fand (51.). Nur wenige Minuten später rollte der nächste gefährliche Angriff über die linke Seite aufs Kölner Tor. Nach einer Hereingabe in den Strafraum köpfte Harnik den Ball ins rechte Eck, doch dieses Mal rettete Jonas Hector für den bereits geschlagenen Horn vor der Linie (55.).

Der VfB blieb das tonangebende Team, während der die Gäste zumeist hinterher liefen – und dann fing Köln auch noch an, mit sich selbst zu kämpfen. Frederik Sörensen schoss den eigenen Mitspieler an. Den Abpraller schnappte sich Martin Harnik, woraufhin dieser auf rechts los startete. Doch unter Bedrängnis des hinterher eilenden Sörensen verlor Harnik die Balance und zielte am kurze Eck vorbei (65.). Und nur zwei Minuten später hatte der Österreicher die nächste Großchance aus halblinker Position rund zehn Meter vor dem Tor. Aber auch diese verwertete er erneut nicht.

Das Spiel auf den Kopf gestellt

So kam es, wie es dann häufiger kommt. Die Kölner stellten den Spielverlauf auf den Kopf, und die mangelnde Chancenverwertung rächte sich: Nach einem Konter war Modeste auf rechts enteilt. Przemyslaw Tyton stürmte aus seinem Tor hinaus und brachte den Stürmer zum Fall. Modeste trat selbst an und erzielte den Führungstreffer, obwohl der VfB-Keeper mit den Fingerspitzen sogar noch dran war (75.). Der VfB erholte sich kaum von diesem Schock – und der FC schlug wenig später erneut zu. Kevin Vogt nutzte die Unordnung aus und spielte einen Pass in die Schnittstelle der VfB-Abwehr auf Simon Zoller, der von halblinks im Sechzehner zum 2:0 einschob (77.).

Eine Verschnaufpause war nicht in Sicht. Vielmehr ging es Schlag auf Schlag weiter: Denn nur eine Minute später ertönte wieder der Elfmeter-Pfiff. Dieses Mal auf der anderen Seite: Filip Kostic holte im gegnerischen Strafraum einen Strafstoß raus. Didavi verwandelte zum 1:2-Anschlusstreffer (79.). Die Schlussphase war angebrochen. Die Stuttgarter probierten es nun noch einmal mit der Brechstange. Doch es nutzte nichts. Stattdessen fing sich der VfB in der Nachspielzeit einen Konter ein, der zum 1:3 durch Yuya Osako führte (92.) – die Entscheidung.

Stimmen

Alexander Zorniger (Trainer VfB Stuttgart): „Es ist bitter, auch wenn ich die Statistik sehe. Wir hätten das Ding daheim holen sollen, können und müssen. Wir haben es nicht geschafft, ergebnistechnisch in die richtige Richtung zu gehen.“

Peter Stöger (Trainer 1. FC Köln): „Wir sind natürlich überglücklich. Das war ein hochintensives Spiel. Wir haben einen starken Gegner vorgefunden, der offensiv viel Qualität hat.“

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