Krankheitsfälle nach dem Besuch des Frühlingsfestes sorgen für Unruhe auf dem Cannstatter Wasen. Foto: dpa/Bernd Weißbrod

Auf dem Frühlingsfest geht der Betrieb weitgehend normal weiter. Die Wirte sagen, es habe keine Stornierungen gegeben. Auch das Zelt von Göckelesmaier bleibt geöffnet. Chefin Daniela Maier äußerst sich im Gespräch mit unserer Redaktion zu den Vorfällen.

Treibt die Festwirte auf dem Stuttgarter Frühlingsfest die Sorge um, dass es zu Stornierungen kommen könnte, nachdem zahlreiche Besucher des Festes am Norovirus erkrankt sind? Nein, Stornierungen gibt es für die Zelte des Stuttgarter Frühlingsfestes bisher nicht, erklären die drei Festwirte und die Festwirtin unisono auf Anfrage unserer Redaktion. „Wasenbesucher sind eher rustikal“, sagt Stuttgarter-Hofbräu-Chef Martin Alber. Thema Nummer eins auf dem Gelände sind dennoch die vermehrten Fälle von Magen-Darm-Erkrankungen, von denen die Stadt Stuttgart berichtet.

 

Die Schlagzeilen über die Ansteckungen wirken sich selbst im Göckelesmaier-Zelt nicht negativ aus, das im Zentrum der Untersuchungen steht. Dies erklärt Chefin Daniela Maier. Im Gespräch mit unserer Redaktion bestätigt sie, dass es zu Krankheitsfällen in ihrem Zelt gekommen sei. Betroffen seien aber nur Besucherinnen und Besucher, die am Samstag da waren. In den Tagen danach habe es bei Göckelesmaier keine Krankheitsfälle mehr geben, „auch nicht beim Personal“, betont sie.

Daniela Maier reagiert betroffen und berichtet von umfangreichen Untersuchungen und Entnahmen von Proben in allen Bereichen und bei allen Speisen ihres Unternehmens. Man arbeite sehr eng mit den Behörden zusammen. Doch noch sei nicht erwiesen, wo die Quelle für eine mögliche Virusinfektion liege. „Die Leute können sich auch auf dem Weg zu uns in der Stadtbahn angesteckt haben“, sagt die Festwirtin. Außerdem sei abends ein „Zelthoppping“ üblich.

„Unser hygienischer Standard ist hoch“

An eine Zeltschließung denkt Daniela Maier nicht. Der hygienische Standard ihres Unternehmens sei sehr hoch. Man kontrolliere immer sehr gewissenhaft, versichert sie. Von sämtlichen Speisen und Getränken habe man Proben entnommen und sei bisher auf keine Mängel gestoßen. Doch überall dort, wo sich viele Menschen versammeln, könne es zu Ansteckungen kommen. Die Festwirtin bedankt sich bei ihren Gästen, die ihr die Treue halten und ihre Reservierungen wie geplant wahrnehmen. Sobald Ergebnisse des städtischen Gesundheitsamtes vorliegen, werde sich Göckelesmaier gegebenenfalls in einem offiziellen Statement dazu äußern.

Bisher jedenfalls hat Daniela Maier keine Fehler in ihrem Betrieb gefunden – deshalb geht sie davon aus, dass das Virus von außen ins Zelt getragen wurde. Göckelesmaier sei an der raschen Aufklärung sehr gelegen.

Marcel Benz, Wirt im Grandls Hofbräu Zelt, berichtet, dass etliche Kunden nachgefragt haben, ob es die Krankheitsfälle bei ihm gegeben habe. Da er dies verneinen könne, sei es nicht zu Stornierungen gekommen. Auch Nina Renoldi von der Almhütte Royal sagt, dass es bei ihr weiterhin gut laufe. Fritz Weeber vom Wasenwirt-Zelt findet, dass bei der hohen Zahl von Wasenbesuchern 300 Krankheitsfälle nicht extrem viel seien. Bei ihm gebe es keine Erkrankungen, er warne aber auch davor, „aus einer Mücke einen Elefanten zu machen“. Auch bei ihm gibt s keine Stornierungen, berichtet er.