Die markante neue Frontlinie des Ford Focus fällt positiv auf. Foto: Hersteller

Ford hat das Gesicht seiner kompakten Focus-Baureihe neu geschminkt, die Technik überarbeitet und bietet sie jetzt mit zwei neuen 1,5-Liter-Motoren an.

Zweifellos ist der kompakte Focus das wichtigste Ford-Modell auf dem deutschen Markt, das sogar den Erzrivalen Opel Astra in die Schranken weist - beide abgeschlagen hinter dem VW Golf, der dieser Klasse seinen Namen gibt. Nach gut drei Jahren Bauzeit der aktuellen Generation erhält die aus Schrägheck- und Stufenhecklimousine sowie dem Kombi Turnier bestehende Bau­reihe jetzt eine gründliche Modellpflege. Das neue Gesicht ist seit dem Vorjahr von der Electric-Ausführung des Focus bekannt.

Kühlergrill und fächerartig geformte Motorhaube ähneln dem Fiesta und wirken eleganter als bisher - manche meinen sogar, die Designer hätten sich von ihrer längst verkauften Edeltochter Aston Martin anregen lassen. Auch die Innenraumgestalter blieben nicht untätig - ins Auge fällt das griffige Lenkrad mit einigen Bedienungs­elementen. Was man weniger sieht, aber hört (beziehungsweise eben nicht hört): Der Geräuschpegel in der Kabine ist gesunken - unter anderem durch dickere Teppichböden und Seitenscheiben sowie durch Maßnahmen an verschiedenen Dichtungen Richtung Motorraum und Außenwelt.

Benzinmotor mit leichter Turboauf­ladung

Konstruktive Feinarbeit ist zudem der Lenkung und dem Fahrwerk zugutegekommen. Die wichtigste Nachricht besteht darin, dass sich in dem zehn Triebwerke umfassenden Motorenangebot zwei Neuheiten mit jeweils 1,5 Liter Hubraum befinden. Der Diesel ist in drei Leistungsvarianten von 70 kW (95 PS) über 77 kW (105 PS) bis zu 88 kW (120 PS) erhältlich und glänzt mit einem Normverbrauch von 3,8 Litern (98 Gramm CO 2 /km). Eine völlige Neukonstruktion ist der Benzinmotor mit leichter Turboauf­ladung, der wie der moderne Einliter-Dreizylinder den Beinamen Eco-Boost führt. Ihn gibt es mit 119 kW (150 PS) und 132 kW (182 PS), und der ermittelte Wert von 5,5 Litern (127 Gramm CO 2 /km) auf 100 Kilometer zeigt, dass die Ford-Ingenieure ihre Hausaufgaben gemacht haben: Das ältere 1,6-Liter-Einstiegstriebwerk mit nur 63 kW (85 PS) braucht 5,9 Liter (136 Gramm CO 2 /km) auf 100 Kilometer.

Dieser Focus kostet 16 450 Euro und hebt sich deutlich ab vom VW Golf, dessen Preis für den Dreitürer (den Ford gibt es so nicht) längst die 17 000-Euro-Grenze übersprungen hat, und der als Fünftürer mehr als 18 000 Euro kostet. Allerdings sind die Ford-Käufer gar keine Sparfüchse: Mehr als die Hälfte greift zur teuersten, zur Titanium-Ausstattung, die nicht unter 22 000 Euro zu haben ist. Wer an der Zapfsäule knausert und mit einem Autogas-Focus liebäugelt, muss beim Kauf in Vorkasse treten. Denn die Kölner verlangen für den Einbau der Gasanlage Preise von 22 810 Euro an aufwärts. Auf ersten Testfahrten mit dem 1,5-Liter-Benziner und 182 Pferdestärken fielen die butterweiche Schaltung und die zielgenaue Lenkung auf. Das waren auch Aktivposten in einem Zweiliter-Diesel mit 150 Pferdestärken. Die Ruhe im Inneren bewies, dass die von Ford verkündeten Bemühungen um mehr Geräuschdämmung nicht nur leere Worte sind.

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