Wohnen in Stuttgart ist in der Region am teuersten. Foto: imago/Arnulf Hettrich

Das IVD-Institut hat für die erste Jahreshälfte 2023 die Mietpreise der Kreisstädte in der Region Stuttgart miteinander verglichen. Wie die Städte von Ludwigsburg bis Göppingen abgeschnitten haben und wie Stuttgart im Vergleich zu München dasteht.

Wenn es um Mietpreise in der Region Stuttgart geht, kann man die Landeshauptstadt als eine Art Epizentrum begreifen. Im Zentrum der Stadt sind die Mietpreise am höchsten. Je weiter man sich vom Stadtzentrum entfernt, desto niedriger werden sie. Zu dieser Erkenntnis kommt Professor Stephan Kippes vom IVD-Institut. Unter seiner Leitung wurden im ersten Halbjahr 2023 Wohnungsinserate in Zeitungen und Online-Portalen untersucht, um die Mietpreise für die sechs großen Kreisstädte in der Region Stuttgart festzuhalten.

 

Die Mieten sind in Göppingen am niedrigsten

Dass die Wohnungen in Stuttgart am teuersten sind, dürfte für viele keine Überraschung sein. Auf den nächsten Plätzen sind Ludwigsburg und Böblingen fast gleichauf, Waiblingen in der Mitte, die Schlusslichter sind Esslingen und ganz hinten Göppingen. Als Kriterium für das Ranking wurde unter anderem herangezogen, wie viele Objekte zur Neumiete angeboten werden, bei denen die Miete 15 Euro pro Quadratmeter und mehr betrifft. „So einen Mietpreis können sich in der Regel vor allem Doppelverdiener leisten“, sagt Kippes auf Nachfrage.

Die Berechnung des IVD-Instituts erfolgt auf Basis von IMV-Angeboten, die aus Printmedien und Internetportalen ausgewertet werden. Mehrfachmeldungen können dabei nicht ausgeschlossen werden. Foto: IVD-Institut

Während in Stuttgart laut der IVD-Studie mit 46 Prozent fast die Hälfte der angebotenen Objekte über dem besagten Wert angeboten werden, kommt Böblingen auf 27 Prozent. In Göppingen sind lediglich elf Prozent der neuvermieteten Objekte für 15 Euro pro Quadratmeter und mehr zu erhalten. Ein nennenswerter Anteil an Objekten in der günstigsten Preisklasse von unter sieben Euro pro Quadratmeter war lediglich in Göppingen mit knapp vier Prozent vorzufinden. Hier lag auch mit rund 60 Prozent ein Großteil der angebotenen Wohneinheiten bei einer Quadratmetermiete von unter 11 Euro.

„Ob man mit günstiger Miete beispielsweise in Göppingen tatsächlich besser wohnt, hängt von verschiedenen Faktoren ab“, sagt Wirtschaftsprofessor Kippes. Wenn man sich darauf verlassen könne, für absehbare Zeit im Homeoffice arbeiten zu können, und eine stabile Internetverbindung habe, lasse es sich dort gut wohnen. Wer jedoch in Stuttgart arbeite und jeden Tag Zeit durchs Pendeln verliere, müsse sich gut überlegen, ob sich die teurere Miete in der Landeshauptstadt rechnen könnte.

Vergleich zu München

Aus der Untersuchung gehe ebenfalls hervor, dass sich die Nachfrage am Mietmarkt in der Region Stuttgart in allen Marktsegmenten – ob Wohnungen oder Häuser – deutlich intensiviert habe. „Die stark erhöhten Bauzinsen für die Finanzierung der Wunschimmobilie und die restriktiveren Kreditkriterien der Banken schreckten viele Kaufinteressenten vom Kauf ab und bewogen sie dazu, ihren Suchfokus auf Mietobjekte zu richten“, sagt Kippes. Die Schaffung von zusätzlichen Mietwohnungen bleibe jedoch unter dem Bedarf. Insbesondere in den unteren und mittleren Preissegmenten macht sich die angespannte Lage auf dem Mietmarkt bemerkbar. Dieser Trend könnte sich demnach in den nächsten Jahren fortsetzen.

Im deutschlandweiten Vergleich ist München nach wie vor die Stadt mit den höchsten Mietpreisen. Laut Untersuchungen des IVD-Instituts liegt Stuttgart deutlich hinter der bayrischen Hauptstadt zurück. In München liegen demnach 87 Prozent der neu angebotenen Mietobjekte bei einem Quadratmeterpreis von 16 Euro und mehr. Das ist sowohl für bayerische als auch für schwäbische Verhältnisse ein unverhältnismäßig hoher Wert.