Der Franzose Thomas Pesquet befindet sich auf dem Weg zur Raumstation ISS. Daran nimmt das ganze Land großen Anteil und feiert seinen Helden. Foto: dpa/Uncredited

Thomas Pesquet fliegt an Bord eines „Crew Dragon“ zur ISS und wird von seinen Landsleuten überschwänglich bejubelt.

Paris - Für einen Augenblick fehlen dem französischen TV-Kommentator die Worte. Es sei ein besonderer Tag für Thomas Pesquet und ein wichtiger Tag für Frankreich, entfährt es ihm dann, als sich die Falcon-9-Trägerrakete Punkt 11.49 Uhr mitteleuropäischer Zeit mit infernalischem Getöse vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in den Himmel über Florida hebt.

Es ist ein Bilderbuchstart für den Franzosen Thomas Pesquet, der sich am Freitag zusammen mit den beiden US-Astronauten Shane Kimbrough und Megan McArthur sowie dem japanischen Kollegen Akihiko Hoshide auf den langen Weg ins All zur internationalen Weltraumstation ISS gemacht hat.

Frankreich huldigt seinem Astronauten

Angesichts dieser Mission scheint ganz Frankreich eine einzige Raumfahrernation. Seit Tagen wird berichtet und natürlich zeigen alle Nachrichtensender die Live-Bilder, als die Rakete abhebt. Immer wieder wird die besondere Rolle von Thomas Pesquet hervorgehoben. Er ist der erste Astronaut der europäischen Weltraumorganisation Esa, der an Bord eines „Crew Dragon“ des privaten Raumfahrtunternehmens Space X zur ISS fliegt. Sechs Monate wird der 43-Jährige im All bleiben, so lange wie kein Franzose vor ihm. Und am Ende wird er sogar als Kommandant der Raumstation fungieren.

Der Job ist kein Honigschlecken

So ein Raketenstart ist allerdings auch eine langwierige Angelegenheit und die Sender müssen unendliche Wartezeiten überbrücken. Also werden vor dem Start Ingenieure, Psychologen und viele andere Experten befragt, Jugendfreunde des französischen Astronauten kommen zu Wort und natürlich dürfen auch die Verwandten ihre Gefühlslage schildern. Dazwischen werden Interviews mit Thomas Pesquet eingespielt, in denen er seinen mit Tests und Experimenten vollgepackten Tagesablauf beschreibt und immer wieder erklärt: „Das Leben eines Astronauten ist kein Honigschlecken.“ Für ihn ist es der zweite Einsatz im All nach einem halbjährigen ISS-Aufenthalt ab November 2016.

Pesquet ist in Frankreich ein Star

In seiner Heimat Frankreich ist der redegewandte Pesquet seit Jahren ein Star. Auch während seiner neuen Mission will er in Radio- und Videoclips für Groß und Klein über seine Erlebnisse auf der ISS berichten – und natürlich die Online-Netzwerke füttern.

Die erste Hürde mussten die Raumfahrer dann allerdings bereits auf der Erde nehmen. Zur Startrampe wurden sie werbewirksam in einem schneeweißen Elektroauto des Typs Tesla Model X kutschiert. Wie unbeholfene Käfer mussten sich die Astronauten rückwärts in den Fonds das Wagens plumpsen lassen. Die erste Erkenntnis der Mission lautet also: diese Fahrzeuge sind für Spritztouren im Raumanzug völlig ungeeignet.

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