Wesley Faulds auf der Terrasse seines Lokals The Fat Bear in Winterbach Foto: /Rudelfotos/Ines Rudel

Im beschaulichen Winterbacher Ortsteil Engelberg hat das Restaurant The Fat Bear eröffnet. Neben Kässpätzle stehen südafrikanische Gerichte auf der Karte – und die Gäste tragen zum Bärenschutz bei. Wir haben getestet, ob die Anfahrt lohnt.

Hier, in Engelberg, im ländlich-beschaulichen Idyll, ein südafrikanisches Restaurant zu eröffnen? Mutig – „oder dumm“, sagt Wesley Faulds und lacht. Vor einigen Monaten hat er sich mit Ehefrau Natascha selbstständig gemacht und betreibt hoch oben über Winterbach The Fat Bear. Und Faulds Schritt hat sich gelohnt. Wer in der gemütlichen Gaststube oder auf der Terrasse mit Blick ins Grüne genießen möchte, sollte reservieren. Es hat sich herumgesprochen, dass man im „Fetten Bären“ gut isst – und mit gutem Gewissen.

 

Nachhaltigkeit wird gelebt

Ein Teil der Einnahmen geht an den WWF zum Schutz von Bären. „Diese schönen Tiere haben mich schon immer fasziniert“, erklärt Faulds, wie das Lokal zu seinem Namen kam. Außerdem steht der Bär für den in Südafrika aufgewachsenen Koch und seine aus dem Remstal stammende Frau für „unseren Bezug zur Natur“. Nachhaltigkeit ist hier kein Schlagwort, sondern wird gelebt. Die Küche und der angeschlossene Cateringservice sind saisonal ausgerichtet, die Produkte stammen größtenteils von regionalen, möglichst biozertifizierten Lieferanten.

Faulds peppt Kässpätzle auf

Doch zur Küche. Kässpätzle (13,95 Euro) dürfen im Schwabenland nicht fehlen – und sind eine Reminiszenz an den Vorgänger, die Sandwegklause, die mehr als 30 Jahre lang von Familie Oehmig bespielt worden war. Faulds peppt den Klassiker mit Pilzen, Speck und Röstzwiebeln auf. Auch die meisten anderen Gerichte sind selbsterklärend – „so exotisch ist die südafrikanische Küche nicht“, meint Faulds. Kommen doch Fragen auf, hilft der überaus freundliche Service.

Vorweg gibt’s selbst gebackenes Roggenbrot mit zweierlei Butter, gefolgt von würziger Chorizo (6,95 Euro). Sie stammt wie die mit Thymian, Koriander und Muskat verfeinerte Boerewors (19,95 Euro), eine mit Tomaten-Zwiebel-Soße servierte Bauernwurstschnecke, von der Metzgerei Winter in Schorndorf. Beim Straußensteak-Sandwich mit Trüffelpommes (27,95 Euro) ist das saftige Fleisch in wunderbar lockeres, mit Dijon-Mayo bestrichenes Weißbrot gepackt. Britische Einflüsse werden bei Unda-da-Sea (21,95 Euro) spürbar, einer modern interpretierten Fish-n-Chips-Version. Schmackhaft ist auch das Bunny Chow (23,95 Euro), ein mildes Hühnercurry mit Kurkuma-Rosinen-Reis, das man mit allerlei Sößchen, Kokosflocken und Bananenscheiben individuell anreichert – „unser Renner“, sagt Faulds. Bei Koeksisters (7,20 Euro) und Malva Pudding (7,95 Euro) handelt es sich um süße Kalorienbomben, die eine Sünde wert sind.

Desserts sind eine Sünde wert

Neben lokalen Weinen gibt es eine kleine Auswahl südafrikanischer Gewächse. Keine Sorge: „Damit der ökologische Fußabdruck klein bleibt, geht für jede Flasche eine Spende an einen Schildkröten-Trust“, sagt Faulds.

Service

The Fat Bear, Sandweg 16, Winterbach, 0 71 81 / 7 46 64. Geöffnet: Mi bis Mo von 18 bis 22 Uhr. Sa und So zudem von 12 bis 15 Uhr (von 15 bis 17 Uhr gibt’s Kaffee und Kuchen). Di ist Ruhetag. fatbeargastro.com

Bewertung

Küche: 4 Sterne 

Service: 4 Sterne 

Ambiente: 3 Sterne 

***** = herausragend, ****= überdurchschnittlich, *** = gut, **= Luft nach oben, * = viel zu verbessern