Zwei der drei Betreiberinnen des Soy Clubs: Tram Tu (li.) und Hanh Vu Foto: Lichtgut/Zophia Ewska

Im Soy Club im Stuttgarter Westen gibt es unter anderem Tapas zum Teilen – asiatisch und vegan, wie alles auf der Karte. Wie es schmeckt, haben wir getestet.

Asiatische Restaurants bieten für Vegetarier und Veganer eine prima Auswahl – zumindest auf den ersten Blick. Doch der Teufel steckt im Detail: Zum Würzen wird gern Fisch- und Austernsoße sowie Garnelenpaste verwendet. Im Soy Club hingegen ist, wer auf rein Pflanzliches setzt, auf der sicheren Seite. Ha Nguyen hat sich mit ihren Freundinnen und Mitbetreiberinnen Tram Tu und Hanh Vu für ihr erstes eigenes Lokal im Olga-Areal im Stuttgarter Westen ein Konzept mit Alleinstellungsmerkmal überlegt: „Vegane asiatische Küche – das gab’s in der Stadt bisher nicht.“

 

Eine Reservierung ist ratsam

Die drei Gastronominnen, deren Wurzeln in Vietnam liegen, haben damit offensichtlich einen Nerv getroffen. Schon seit der Eröffnung im Sommer ist der angenehm schlicht gehaltene und trotzdem behagliche Soy Club gut besucht, eine Reservierung ratsam. Wer hier her kommt, merkt einfach gleich, dass Leidenschaft und Kreativität im Spiel sind – und Können. Die Devise lautet: Es soll schmecken. Dass das ohne Fisch und Fleisch wunderbar geht, weiß Ha Nguyen aus Kindheitstagen: „Meine Großmutter ist vegan. Ihre Küche habe ich immer geliebt.“

Und wie steht es um die Küche im Soy Club? Wer möchte, hält sich an die vielen kleinen Vorspeisen, nicht ganz stilecht Tapas genannt. „Wir empfehlen drei bis vier pro Person, um satt zu werden“, sagt die ausgesprochen freundliche und aufmerksame Kellnerin. Ob Banh Bao, sprich ein mit Sojapatty, Mango, Gurke und Koriander gefülltes Hefebrötchen (5,90 Euro), mit Betelblättern umwickelte aromatische Pilze und Seitan (6,50 Euro), seidig gebratene Aubergine mit Erdnüssen und Sesam (5,50 Euro) oder krosse Frühlingsrollen (6,50 Euro): alles überzeugt, geschmacklich wie optisch, und eignet sich zum Teilen und Durchprobieren.

Hauptgerichte kosten um 14 Euro

Die meisten Hauptgerichte, preislich um 14 Euro gehalten, kann man mit Tofu, veganem Hühnchen oder veganen Garnelen anreichern. Fleisch- und Fisch-Ersatzprodukte polarisieren. Sie sind nicht unbedingt gesünder, das stimmt, aber besser für Tier und Umwelt. Das Ganze, hier aus Seitan (Hühnchen) sowie Konjakmehl, Mais- und Kartoffelstärke (Garnelen) selbst gemacht, kommt in der Konsistenz dem Original nahe und schmeckt auch noch – warum also nicht?

Die Garnelen sind knusprig und thronen auf Gemüse in cremiger Erdnusssoße. Highlight des Abends ist eine große Schale Pho – das inoffizielle Nationalgericht Vietnams. In der dampfend-heißen, kräftig abgeschmeckten Brühe schwimmen frische Kräuter, Chili, Gemüse, Reisnudeln und Seitanstreifen. Die köstliche Suppe muss beim nächsten Besuch unbedingt wieder sein. Dann werden auch der Maracuja-Daiquiri und der Soy Club Mule (beide 9,90 Euro) probiert, die vom Nachbartisch verführerisch rüber lächeln.

Soy Club, Schlossstraße 112, Stuttgart, Telefon 07 11 / 39 01 40 69. Geöffnet Mo bis Fr von 11.30 bis 15 und von 17 bis 22 Uhr, Sa und So durchgehend. instagram.com/vegan.soyclub

Bewertung

Essen: 4 Sterne

Service: 4 Sterne

Atmosphäre: 3 Sterne

Legende ***** = herausragend, ****= überdurchschnittlich, *** = gut, **= Luft nach oben, * = viel zu verbessern