Für Rektor Torsten Bügner (l.) und Geschäftsführer Ronny A. Fürst ist die zentrale Lage ein Vorteil des neuen Standortes im Europaviertel. Foto: Susanne Müller-Baji

28 Jahre lang war die Akad am Pragsattel an der Feuerbacher Maybachstaße beheimatet. Nun ist die Bildungseinrichtung an die Heilbronner Straße in Stuttgart-Nord gezogen.

Feuerbach - Das lebenslange Lernen fordern alle. Die Vereinbarkeit eines Studiums mit Arbeitsplatz und Familie steht aber auf einem anderen Blatt. Wer sich parallel zum Berufsleben akademisch weiterbilden möchte, kann zum Beispiel an einer Fernhochschule wie Akad studieren. Die international agierende Bildungseinrichtung hat ihren Sitz im Norden Stuttgarts.

28 Jahre lang war die Akad am Pragsattel an der Feuerbacher Maybachstaße beheimatet. Etwas mehr als 4700 Quadratmeter standen dort zur Verfügung. Seit Ende Juni ist die neue Wirkungsstätte nun das gerade entstehende Europaviertel an der Heilbronner Straße. Etwa 2100 Quadratmeter hat man angemietet. Was nun mit dem Grundstück an der Maybachstraße 18 bis 20 passiert, ist noch nicht klar. „Wir befinden uns derzeit in der Planungsphase“, heißt es beim Eigentümer, der Gieag Immobilien AG aus München. Bei der Akad ist man auf jeden Fall froh, einen neuen Standort gefunden zu haben. „Die Nähe zum Hauptbahnhof und die hervorragende ÖPNV-Anbindung unseres neuen Standorts kommen unseren Studierenden zugute“, sagt Akad-Geschäftsführer Professor Ronny A. Fürst. Doch wie läuft so ein Fernstudium überhaupt ab?

Die neuen Medien machen es möglich: Das Fernstudium baut auf mehreren Säulen auf, erläutern Ronny A. Fürst und Rektor Professor Torsten Bügner: Das Lehrmaterial gibt es in Papierform und, wegen der höheren Flexibilität, auch als elektronische Datei. Hinzukommt das Internetangebot Akad Campus: Hier interagieren die Studenten mit den Lehrkräften, fragen nach, vertiefen. Ergänzend gibt es am Stuttgarter Standort Präsenzseminare, die aber nicht Pflicht sind, und als Vorbereitung auf die Prüfungen Coachings via Videotelefonat. Geprüft wird am Hochschulsitz im Europaviertel oder an einem der deutschlandweit 33 Prüfungszentren. „Keiner muss länger als eine halbe bis volle Stunde fahren, um seine Prüfungen abzulegen“, fasst Fürst zusammen.

Akad gibt sich international

Als besonderer Service für die Studenten, die sich vom Ausland aus weiterbilden, nehmen auch das Goetheinstitut oder die Botschaft vor Ort die Prüfung ab. Das ist etwa der Fall, wenn Firmen Mitarbeiter entsenden. „Viele kehren nämlich früher als geplant zurück, weil der Partner im Ausland nicht Fuß fassen konnte; da kann ein Fernstudium eine sinnvolle Ergänzung sein“, so der Geschäftsführer. Auch sonst gibt man sich international, bietet zum Beispiel einen berufsbegleitenden Auslandsaufenthalt an der California State University in Sacramento/USA an.

Für einen Fernstudiengang spricht, dass er sich den persönlichen Bedürfnissen leichter anpasst als ein traditionelles Studium. „Wir haben keine Zeitsemester, sondern Leistungssemester“, erklärt Fürst: Jeder entscheidet selbst, wann, wo und wie viel er lernt. Das setzt Disziplin voraus. „Aber gerade weil es was kostet, haben es sich unsere Studenten gut überlegt und wissen, was sie wollen.“ Die Zahl der Abbrecher sei entsprechend niedrig, und fast alle, die schließlich zur Prüfung antreten, bestünden diese auch auf Anhieb. Bleibt die Kostenfrage. Zum Teil finanzieren die Firmen ihren Angestellten die Weiterbildung, und es besteht in manchen Fällen auch die Möglichkeit, Fördergelder zu beantragen.

Seit 20. Juni residiert man nun an der Heilbronner Straße 86. Doch Feuerbach bleibt man in anderer Hinsicht treu: Im Freien Musikzentrum an der Stuttgarter Straße 15 findet alljährlich das Akad-Wissenschaftsforum statt, das nächste Mal am 29. Oktober. Das Thema lautet dann „Deglobalisierung: Risiko oder Rettung? Ökonomische, kulturelle und technologische Perspektiven“, was seit dem Brexit hochaktuell ist. Die Veranstaltung steht nach Anmeldung unter pressestelle@akad.de auch interessierten Bürgern offen.

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