Diese Struktur könnte der Gewerbepark Fils – nach dem bisherigen Stand – bekommen. Foto: StZ

Der interkommunale Gewerbepark Fils zwischen Ebersbach und Uhingen ist auf den langen Weg gebracht worden. Vor allem von den Diegelsbergern wird das Projekt kritisch beäugt.

Uhingen - Viel rascher hätte die erste Bürgerinformationsabendrunde zu dem von Ebersbach und Uhingen gemeinsam geplanten und zwischen den beiden Städten gelegenen Gewerbegebiet nicht stattfinden können. Gerade mal eine halbe Stunde nach der konstituierenden Sitzung des Zweckverbands Gewerbepark Fils wurde im Uditorium bereits die Bevölkerung über das Strukturkonzept, mit dem das Vorhaben weiter vorangetrieben werden soll, informiert.

Uhingens Bürgermeister Matthias Wittlinger, der kurz zuvor als Zweckverbandsvorsitzender gewählt worden war, sein Ebersbacher Kollege Sepp Vogler und Erich Ernst Kuhn vom Ingenieurbüro Melber & Metzger skizzierten die bisherigen Überlegungen und Untersuchungen zu dem Projekt. Außerdem gaben sie einen Ausblick, wie die weiteren Schritte des Verfahrens sein könnten. Alle drei machten dabei deutlich, dass es bis zum ersten Spatenstich noch mindestens zweieinhalb ­Jahre daure und dass die weiter gehenden Planungen erst im Laufe dieser Zeit ­konkretisiert werden könnten.

90 Prozent der benötigten Grundstücke sind in privater Hand

Nach dem bisherigen Stand der Dinge ist der gut und gerne zwölf Hektar große Gewerbepark realisierbar: städtebaulich, ökologisch, rechtlich, technisch und ökonomisch, wie Wittlinger erklärte. Ein Fragezeichen stehe indes noch, was die benötigten Flächen angehe, fügte er hinzu. „Von denen sind rund 90 Prozent nicht in städtischer, sondern in privater Hand.“

Erich Ernst Kuhn hob im Anschluss auf die Details ab. So ist vorgesehen, auf den bis dato landwirtschaftlich genutzten Flächen mehrere größeren Grundstücke im Bereich zur Bahnlinie hin und etliche kleinere Areale unterhalb des Diegelsberg auszuweisen. Die Gebäude sollen nicht höher als 18 Meter werden. Ausgespart bleibt in jedem Fall die Grünzäsur Nassachtal am westlichen Ende des Gebiets. Für die Erschließung soll die Ebersbacher Industriestraße bis zur Brücke über die Nassach verlängert werden. Von dieser aus soll, aufgrund der direkten B-10-Anbindung, auch die Haupterschließung erfolgen. „Eine Option, die ein Alleinstellungsmerkmal wäre, könnte es sein, das vorhandene Industriegleis bei Bedarf zu verlängern“, sagte Kuhn.

Sepp Vogler machte deutlich, „dass wir erst am Anfang eines langen Weges stehen und noch viel werden reden müssen“. Dass es mehr als reichlich Gesprächsbedarf gibt, wurde bereits bei der ersten Informationsrunde deutlich. Die Reaktionen und Fragen vor allem der Bewohner des oberhalb des Gewerbeparks gelegenen Uhinger Stadtteils Diegelsberg reichten von „schockiert“ bis „Muss das so groß sein?“. Vor allem die optischen und klimatischen Beeinträchtigungen wurden angeführt. Und natürlich die Themen Lärm und Verkehr. Wie gesagt: Es wird noch viel zu bereden sein.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: