Der international agierende Fahrdienstleister ist jetzt auch in Stuttgart unterwegs. Foto: AP/Mark Lennihan

Seit Mittwoch können auch in Stuttgart und der Region Fahrgäste über den Fahrdienstvermittler Uber per App eine Fahrt buchen. Der Stuttgarter Taxiverband ist nicht begeistert und befürchtet Umsatzeinbußen.

Stuttgart - Der Fahrdienstvermittler Uber bietet seit Mittwoch auch in Stuttgart seine Dienste an. Laut dem Unternehmen sollen darüber hinaus Pforzheim sowie die Landkreise Rems-Murr, Calw, Ludwigsburg, Tübingen, Esslingen, Böblingen und der Enzkreis bedient werden. Über eine App könnten die Fahrten mit einem professionellen Fahrer gebucht werden, teilte ein Konzernsprecher mit. Im Unterschied zu klassischen Taxis gibt es bei Uber keine von der Kommune festgelegten Tarife, sondern das Fahrdienstunternehmen legt diese selbst fest und variiert sie je nach Nachfrage.

Bucht ein Kunde den Dienst über UberX, wird er laut Konzern von Fahrern transportiert, die für Mietwagenfirmen arbeiten und einen Personenbeförderungsschein haben. Gebucht wird vor Fahrtbeginn zum Festpreis, bezahlt wird bargeldlos mit Kreditkarte oder Paypal. Kunden können über die Option Uber Green auch ein vollelektrisches Fahrzeug bestellen. In Stuttgart ist es zudem möglich, über die Option UberTaxi eine Fahrt mit einem klassischen Taxi zum regulären Taxitarif zu buchen.

Das Landgericht Köln hat den Einsatz der Uber-App in Deutschland verboten

Laut einer einstweiligen Verfügung des Landgerichts Köln vom Juli darf die Firma ihre App eigentlich nicht mehr zur Mietwagenvermittlung in Deutschland einsetzen, da dieser Dienst gegen das Personenbeförderungsgesetz verstoße. Aber laut Uber ist der Gerichtsbeschluss offenbar noch nicht zugestellt – das Verbot gilt aber erst ab Zustellung. Auch vor dem Landgericht Frankfurt ist ein Verfahren gegen Uber anhängig. Taxi Deutschland will die Uber-App gerichtlich verbieten lassen, da das Unternehmen für diesen Geschäftsbetrieb keine reguläre Konzession habe. Ein Urteil wird am 19. Dezember erwartet.

Doch unterdessen sind auch in Stuttgart die Taxifahrer wegen der neuen Konkurrenz in Sorge. „In erster Linie bedeutet das für uns Umsatzeinbußen“, erklärt Iordanis Georgiadis, der Vorstand und Sprecher des Stuttgarter Taxiverbands, zum Start von Uber. Aber es könne auch zum Nachteil des Kunden sein, so Georgiadis: „Zum Schluss zahlt der Verbraucher die Zeche.“ Es werde zwar suggeriert, dass Uber günstiger sei. „Aber wenn die Nachfrage hoch ist, ziehen die die Preise an“, sagt der Verbandssprecher. Man werde Uber genau beobachten. „Das Taxigewerbe wird alles dran setzen, um die Verstöße zu dokumentieren und an das Ordnungsamt weiterzuleiten“, so Georgiadis.

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