Das Weltall als Absatzmarkt: Auch im Klingonischen Imperium kann man bald „Der kleine Prinz“ lesen. Foto: Verlag In Farbe und bunt

Darauf haben viele Klingonen gewartet: Antoine de Saint-Exupérys unverwüstlicher Klassiker „Der kleine Prinz“ ist von einem Deutschen in ihre Sprache übersetzt worden. Nebenbei ist das Klingonisch-Wörterbuch wieder ordentlich gewachsen.

Saarbrücken - Den Kinderbuch-Klassiker „Der kleine Prinz“ gibt es demnächst auch auf Außerirdisch: „Star Trek“-Sprachexperte Lieven L. Litaer hat die weltberühmte Erzählung von Antoine de Saint-Exupéry jetzt ins Klingonische („ta’puq mach“) übersetzt: „Ich bin dabei so genau wie möglich am Originaltext geblieben“, sagte der 38-Jährige der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken. Das Buch werde im Oktober im Verlag „In Farbe und Bunt“ erscheinen und künftig bei seinen jährlichen Klingonisch-Sprachkursen als Literaturbeispiel eingesetzt.

„Das Interesse am Klingonischen wächst“, sagte Litaer. Sein Sprachtraining „qepHom“ (Kleines Treffen) im November, das auf 50 Teilnehmer begrenzt ist, sei bereits fast ausgebucht: Auch „Star Trek“-Fans aus Schweden und Kanada hätten sich angemeldet. Viele lernen laut Litaer auch online: Bei Facebook gebe es eine Lerngruppe mit 1000 Teilnehmern. Die Kunstspracheumfasse mittlerweile rund 4000 Wörter, die vom US-amerikanischen Sprachwissenschaftler Marc Okrand geschaffen wurden.

Nur wenige Klingonisch-Könner

Jedes Jahr kommen neue Wörter dazu. Dieses Jahr waren es über 120. „Ein Großteil wurde für den „Kleinen Prinzen“ erschaffen“, sagte Litaer, der das Projekt schon 2004 begonnen hatte. „Es hat so lange gedauert, weil mir viele Vokabeln gefehlt haben.“ Für Worte wie Schaf oder Rose mussten Begriffe erst gefunden werden. Man hat vielleicht auch ein wenig Mühe, sich einen kriegerischen Klingonen vorzustellen, der seine Gegner niedermetzelt und dabei Exupéry-Zitate brüllt: „Man sieht nur mit dem Herzen gut!“

Um Klingonisch lernen zu können, stehen in dem Buch jeweils auf einer Seite der deutsche und auf der gegenüberliegenden Seite der klingonische Text – wie man das etwa von manchen Ausgaben lateinischer Klassiker wie Cicero und Cäsar kennt. Litaer schätzt, dass weltweit bislang nur 20 bis 30 Menschen wirklich fließend Klingonisch sprechen - eine Sprache mit vielen Zungenbrechern und Kehlkopflauten.

Saint-Exupérys im 1943 zuerst erschienener „Der kleine Prinz“ ist bereits in rund 300 Sprachen und Dialekte übersetzt worden. „Da dachte ich, dass das Klingonische nicht fehlen dürfte“, erzählt der im Hauptberuf als Architekt tätige Litaer. Unklar bleibt noch, wie das Buch ins Klingonische Imperium exportiert werden kann und ob es dort eine Buchpreisbindung gibt.

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