5000 neue Wörter stehen in der neuesten Auflage des Wörterbuchs. Muggaseggele und bruddla haben es immer noch nicht in den Duden geschafft. Foto: dpa

5000 neue Wörter haben es in die 27. Auflage des Duden geschafft. Brexit, Fake News, Emoji, oldschool und liken können nun nachgeschlagen werden. Wir finden, es fehlen einige wichtige schwäbische Begriffe.

Stuttgart - Am 9. August 2017 erscheint der neue Duden. Die Begriffe Fake News, postfaktisch, tindern, Selfie und Späti haben es neben 4995 weiteren Wörtern in die 27. Auflage des Wörterbuchs geschafft.

„Wer auf dem aktuellen Stand der Sprache sein und alle neuen Wörter richtig schreiben will, braucht den neuen Duden“, heißt es in der Pressemitteilung. Die Auswahl der neuen Wörter läuft dabei immer gleich ab. „In den Rechtschreibduden werden Wörter aufgenommen, wenn sie gebräuchlich sind. Das heißt: Sie müssen in unserer elektronischen Textsammlung, die mehr als vier Milliarden Wortformen umfasst, häufig vorkommen. Sie müssen dabei aber auch in unterschiedlichen Quellen wie Zeitungen, Büchern etc. nachweisbar sein und über einen gewissen Zeitraum auftreten – es dürfen keine Eintagsfliegen sein. Wenn diese Kriterien erfüllt sind, entscheidet die Dudenredaktion aus ihrer Erfahrung heraus und nach ihrem Fach- und Weltwissen über die Aufnahme ins Wörterbuch“, erklärt Dr. Kathrin Kunkel-Razum, Leiterin der Dudenredaktion in einem Interview.

Da fehlen noch ein paar Begriffe

Wir haben einen Blick aus dem Ländle in das gelbe Wörterbuch geworfen und auf die schwäbischen Begriffe geschaut. Bereits in den Duden geschafft hat es „gucken“. Ein Viertele (schwäbisch für [Glas mit einem] Viertelliter Wein) schlotzt (schwäbisch für genüsslich trinken) man im Schwabenland nach Feierabend. Die Dudenredaktion hat auch hier entschieden, dass die Begriffe alle Kriterien für eine Aufnahme in das Wörterbuch erfüllen.

Es fehlen allerdings immer noch einige im Schwabenland gebräuchliche Begriffe, die das Zeug zur Aufnahme in den Duden hätten. Hier ein paar Vorschläge:

Gugg , die (schwäbisch für Tasche). Während die Supermärkte in Deutschland gerade auf die dünnen Plastiktüten und auch die Papiertüten verzichten wollen, nimmt der Schwabe seine Gugg einfach von Zuhause mit. Ist sowieso günstiger und das freut den Schwaben ja bekanntlich.

Bruddla (schwäbisch für meckern, schimpfen). Das Verb für eine der Lieblingsbeschäftigungen der Schwaben fehlt im Duden. Oft nicht wirklich böse gemeint und manchmal auch eher an sich selbst gerichtet, bruddelt der Schwabe vor sich hin.

Halbdaggl, der (schwäbisch für Idiot, Depp). Nur im Schwäbischen schafft es ein Schimpfwort, das eigentlich nur „halb“ so schlimm klingt, zum schlimmsten Schimpfwort zu werden. Die Erklärung ist einfach, denn es hat nicht einmal zu einem ganzen Dackel gereicht.

Gruschd, der (schwäbisch für altes, wertloses Zeug). Ein Wort, das so vieles vereint und unterschiedlichste Verwendung findet. So haben viele Schwaben zuhause eine Gruschdelschublade oder gruschdlat auf der Suche nach ihrem Schlüssel in der Handtasche.

Muggaseggele, das (schwäbisch für sehr kleine „Einheit“ für Länge, Volumen, Gewicht oder Zeit). Die im Schwabenland verbreitete kleinste Maßeinheit hat es bereits auf eine Briefmarke geschafft und versucht hartnäckig in das gelbe Wörterbuch aufgenommen zu werden.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: