Die geplante ICE-Trasse Wendlingen-Ulm wird teurer Foto: dpa

Für die geplante Schnellbahntrasse zwischen Wendlingen und Ulm müssen die Steuerzahler tiefer in die Tasche greifen. Grund dafür ist die Inflationsanpassung.

Stuttgart - Für die geplante Neubaustrecke zwischen Wendlingen und Ulm müssen die Steuerzahler tiefer in die Tasche greifen. Nach Angaben der Bauherrin Bahn vom Donnerstag werde in den Büchern eine „rechnerische Inflationsfortschreibung“ auf 3,3 Milliarden Euro ausgewiesen, das sind knapp 400 Millionen Euro mehr als bislang.

Der Bund, der diese Mehrkosten tragen muss, werde kontinuierlich hierüber informiert. Zuvor hatte die „Kontext-Wochenzeitung“ berichtet, dass die bislang auf 2,9 Milliarden Euro kalkulierte Schienenverbindung 370 Millionen Euro teurer würde.

Die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm gehört zum Großprojekt Stuttgart 21

Bahnchef Rüdiger Grube hatte im Sommer 2010 eine Kostensteigerung für die 60 Kilometer lange Strecke entlang der Autobahn zwischen Wendlingen (Kreis Esslingen) und Ulm von 865 Millionen Euro bekanntgegeben. Seitdem war der Preis für das Projekt mit 2,9 Milliarden Euro angesetzt.

Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses des Bundestages, Anton Hofreiter (Grüne), rügte, dass der Bund die Inflation bei seinen Kalkulationen nicht einbeziehe. „Das ist eine völlig unrealistische Kalkulation.“ Denn letztendlich müssten die Steuerzahler ja die Nominalisierungseffekte zahlen.

Auch der Verkehrsexperte der Grünen- Landtagsfraktion, Andreas Schwarz, meinte die Nachfinanzierungsforderungen bei Bahn-Projekten müssten ein Ende haben. So gebe es enorme Nachforderungen im Südwesten auch bei der Rhein-Neckar-S-Bahn und bei der Südbahn.

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