Aus den blauen Bannern am Baubüro (im Bild links) hat man das Wort „Häussler“ einfach ausgeschnitten. Foto: Kratz

Die neuen Investoren Bietigheimer Wohnbau und GWG wollen die Arbeiten am Neubaugebiet Seepark im Frühjahr wieder aufnehmen.

Stuttgart-Möhringen - Es sollten Wohnungen in Premium-Qualität werden, es wurde – zumindest für eine gewisse Zeit – die größte Bauruine Möhringens. Die Rede ist vom Neubaugebiet Seepark auf dem ehemaligen Gelände der Firma Neoplan an der Vaihinger Straße. Einst firmierte das Projekt unter dem Namen Häussler-Seepark. Doch Mitte 2010 mussten einige Firmen der Häussler-Gruppe Insolvenz anmelden. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Arbeiter auf der Baustelle schon seit Monaten kein Geld mehr gesehen. Die Folge: Fortan standen die Kräne still.

Lange Zeit war die Zukunft des Projektes ungewiss. Auch wenn sich der Insolvenzverwalter Michael Pluta stets zuversichtlich gab. Doch erst Mitte Oktober dieses Jahres wurde endlich die erlösende Nachricht verkündet: Der Seepark ist verkauft. Die neuen Investoren sind die Gesellschaft für Wohnungs- und Gewerbebau (GWG) in Stuttgart und die Bietigheimer Wohnbau. Kenner der Branche schätzen den Verkaufspreis auf rund 35 Millionen Euro.

Bereut habe man diese Entscheidung nicht, sagt Thomas Scheib, Prokurist der GWG. Natürlich seien die Verhandlungen und das Herauslösen des Seepark-Projekts aus der Häussler-Insolvenzmasse nicht ganz einfach gewesen. „Der Weg war schon mit einigen Steinchen versehen“, sagt Scheib. Doch die GWG glaube an den Standort. „Und unserer Einschätzung nach braucht die Stadt Stuttgart mehr Miet- und Eigentumswohnungen“, sagt der Prokurist. Carsten Schüler, Prokurist der Bietigheimer Wohnbau, sieht das genauso: „Der Standort ist gut“, sagt er.

Zunächst entstehen ausschließlich Mietwohnungen

Die beiden Unternehmen haben das Projekt inzwischen unter sich aufgeteilt. So zeichnet die GWG für den ersten und den dritten Bauabschnitt, die Bietigheimer Wohnbau für den zweiten Bauabschnitt verantwortlich. Die GWG will kommenden Frühjahr loslegen, sobald es das Wetter zulässt. Zunächst entstehen ausschließlich Mietwohnungen. Die GWG investiert allein in diesen ersten Bauabschnitt rund 50 Millionen Euro.

Auch der Bau der Kindertagesstätte an der Vaihinger Straße wird im kommenden Jahr in Angriff genommen. Scheib hofft, dass dort bereits vom Frühjahr 2013 an Kinder spielen können. Die Kita wird zwar von der GWG gebaut, dann aber der Stadt als Betreiberin übergeben.

Die Bietigheimer Wohnbau will im Mai 2012 mit dem zweiten Bauabschnitt beginnen. Sie erstellt zwei Häuser direkt am See und drei Häuser am Feldrand. Es sollen ausschließlich „exklusive Eigentumswohnungen“ werden, wie Carsten Schüler es formuliert. Wann die Häuser fertig sind, kann er derzeit noch nicht sagen. „Der Baufortschritt wird abhängig von der Vermarktung sein“, sagt der Prokurist. Die Bietigheimer Wohnbau will im März 2012 mit dem Verkauf starten. Schüler ist zuversichtlich, dass die Nachfrage gut sein wird. Der Quadratmeterpreis werde zwischen 2500 und 5500 Euro liegen.

Insgesamt sollen rund 470 Wohnungen entstehen

Beim dritten Bauabschnitt gibt es noch ein paar Fragezeichen. Sicher ist, dass es eine Mischung aus Miet- und Eigentumswohnungen geben wird. „Die genaue Linie müssen wir noch definieren“, sagt Scheib. Er geht davon aus, dass im Herbst 2012 mit dem Bau begonnen werden kann. Das hänge jedoch vom Baufortschritt des zweiten Abschnitts ab. „Der Rohbau muss über der Bühne sein“, sagt Scheib. Insgesamt sollen auf dem ehemaligen Neoplan-Gelände rund 470 Wohnungen entstehen.

Scheib ist optimistisch: „2012 kommt Bewegung in die Sache. Die GWG und die Bietigheimer Wohnbau werden dafür sorgen, dass der Seepark zu etwas wird, was dem Standort angemessen ist.“ Die Bauruine werde bald der Vergangenheit angehören. „Das garantiere ich“, sagt Scheib.

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