Bis in der Riedwiesensporthalle die Bälle fliegen, wird es noch eine Weile dauern. Foto: dpa/Lukas Schulze

Die beauftragten Lüftungsbauer zeigen der Stadt spontan die kalte Schulter und der Gemeinderat vermisst die Photovoltaikanlage auf dem Parkplatz.

Die geplante neue Riedwiesensporthalle in Renningen ist immer wieder für Überraschungen gut. Wenn es um die Kosten geht, sind es meist negative. Das Projekt kostet nach jetzigem Stand über drei Millionen Euro mehr als ursprünglich gedacht. Dass für den großen Parkplatz keine Photovoltaikanlage eingeplant ist und die Firma für die Lüftungsarbeiten spontan abgesprungen ist, hat jüngst im Gemeinderat einiges Stirnrunzeln zur Folge gehabt. Immerhin werden die Außenanlagen wohl günstiger.

 

Ohne PV-Anlagen, weil die Beschlüsse vor der Gesetzesänderung gefasst wurden

Angesetzt waren für die Außenanlagen inklusive Bepflanzung und Parkplätze mehr als 1,08 Millionen Euro. Das günstigste Angebot der Firma Link GmbH liegt bei rund 950 000 Euro. Nach der aktuellen Klima-Gesetzgebung ist es Pflicht, dass auf Parkanlagen mit mehr als 35 Plätzen auch Photovoltaikanlagen stehen müssen. „Der Baubeschluss für die Riedwiesensporthalle ist allerdings älter“, erklärt der Renninger Stadtbaumeister Hartmut Marx. „Das Gesetz gilt nicht rückwirkend.“ Der Parkplatz wurde daher gemäß der ursprünglichen Beschlüsse ohne PV-Anlage geplant. Stattdessen sind zahlreiche Bäume vorgesehen – einen für jeden, der für den Bau der Halle gefällt werden musste.

Im Gemeinderat fehlte vielfach das Verständnis dafür, manche plädierten für eine nachträgliche Änderung der Pläne. „Wir wollen unser Klimaziel erreichen“, merkte unter anderem Wolfgang Steudle (CDU) an. „Es geht hier auch um eine Vorbildfunktion.“ Dem Bürgermeister Wolfgang Faißt (Freie Wähler) platzte da der Kragen: „Unsere Mitarbeiter sind jetzt schon an der Kante, wir haben keine Personalkapazitäten, ständig alles neu zu planen.“

Der Kompromiss lautet jetzt, dass Leerrohre bereits verlegt werden, damit zumindest nachträglich PV-Anlagen möglich wären. Ob diese an der Stelle allerdings sinnvoll sind, stellt Hartmut Marx allerdings infrage. Er meinte: „Wir haben schon Photovoltaik auf dem Dach der Halle und planen weitere Anlagen an geeigneten Standorten in der Stadt, zum Beispiel auf dem Dach des Gymnasiums.“

Neue Firma ist nochmal teurer

Der Bau der Lüftungsanlage musste zudem neu ausgeschrieben und vergeben werden. Denn die Firma, die den Auftrag zunächst angenommen hatte, weigerte sich, die – im Vorfeld bekannten – Vertragsbedingungen anzunehmen. Ein neues Unternehmen musste also her. „Das ist einer der Gründe, warum unsere Leute überlastet sind“, so Faißt, „weil wir uns ständig mit so etwas auseinandersetzen müssen.“ Das hat gedauert und: die neue Firma ist noch mal teurer als der Vorgänger. Knapp 390 000 Euro sind nun fällig für die Arbeiten, die laut ursprünglicher Kostenberechnung knapp 300 000 Euro hätte kosten sollen.