Energiegeladen: Nena bei ihrem Auftritt am Flughafen Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Am Samstagabend hat Nena auf dem voll besetzten Parkdeck Nummer 0 am Stuttgarter Flughafen ein starkes Konzert abgeliefert. Doch es gab auch Schockmomente.

Stuttgart - Knallrote Lederjacke und schwarze Wallemähne: Vor kurzem erst ist Nena sechzig Jahre alt geworden, doch als die fünffache Mutter, dreifache Oma und unverwüstliche NDW-Ikone am Samstagabend auf die Bühne des Parkdecks Nummer 0 auf dem Stuttgarter Flughafen tritt, gibt es keine Spuren einer allmählich einsetzenden Vergreisung zu sehen. Im Gegenteil: Nena versprüht mit ihrer unerschöpflichen Energie, dem trockenen Idiom des Ruhrpottrands und ihrer glockenhellen Stimme noch immer den Charme des ewigen Teenagers. „Ich hab’ euch vermisst!“, ruft sie den Leuten unter sich zu. „Es sind absurde Zeiten, es sind absurde Umstände, aber niemand hält uns auf!“ Mit „Genau jetzt“ vom noch relativ frischen Album „Oldschool“ (2015) eröffnet Nena ihre gut eindreiviertelstündige Show stimmlich stark und mit ihrer großartig eingespielten Band das Konzert. Mit von der Partie sind ihr Lebensgefährte, der Drummer Philipp Palm, und ihr Sohn Sakias.

Keine Spur von Depression

Die Stimmung ist ausgelassen, keine Spur von Corona-Depression. Als Nena aber zum Klassiker „Nur geträumt“ ansetzt, gibt es einen Schock-Moment. „Ich bin so allein!“, ruft sie, und springt von der Bühne hinunter in die Menge, wo sie einen Fan umarmt. Minutenlang stolziert sie im Pulk über den Platz, Nena pfeift auf die Abstandsregel und fühlt sich sichtlich gut dabei.

„Vielleicht komme ich euch dahinten auch besuchen, falls ihr keine Angst vor dem Killervirus habt“, verspricht sie den Leuten in den hinteren Reihen, nachdem sie wieder bei ihrer Band auf der Bühne angekommen ist. Es klingt fast wie eine Drohung. Ob sie die Ankündigung auch wahr gemacht hat, gibt es später an dieser Stelle in der Langkritik des Abends zu lesen.

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