Henry Zimmermann mit der Piratenflagge aus der „Schatzinsel“ Foto: /Simon Granville

Spannend und packend: Das Naturtheater Renningen lädt in den Ferien zu einem Besuch des Familien- oder des Abendstücks ein.

Eine große Attraktion im Naturtheater Renningen ist in diesem Jahr das riesige Schiff auf der Bühne. 15 Spieler passen darauf. „Es ist ein Hingucker“, sagt Henry Zimmermann, stellvertretender Vorsitzender des Naturtheater-Vereins und Schauspieler. Zugleich betont er, dass es nicht das einzige Verkehrsmittel auf der Bühne sei. Es gebe auch einen Heißluftballon und einen Zug. Bei der Umsetzung zeigt sich das Naturtheater-Team besonders erfinderisch: Der Ballon bewegt sich an Seilen zwischen den Bäumen. „Der Zug ist ein Zugabteil, das über die Bühne fährt“, sagt Zimmermann. Das sorge immer für Lacher. In dieser Saison stehen das Familienstück „Die Schatzinsel“ von Robert Louis Stevenson und das Abendstück „In 80 Tagen um die Welt“ nach Jules Verne in einer Fassung von Claus Martin auf dem Programm.

„‘Die Schatzinsel‘ ist eine Abenteuergeschichte für die Kleinen. Es geht um eine Schatzsuche, eine Reise“, sagt Zimmermann. Jim Hawkins – in seiner Rolle ist Emil Zimmermann zu sehen – findet: Das Leben müsste aus Abenteuern, Seefahrt und Gefahren bestehen. Doch in seinem verschlafenen Küstenstädtchen ist nichts los,bis ein seltsamer Fremder im Gasthaus von Jims Mutter auftaucht. In seinem Besitz befinden sich ein Fernrohr und eine vergilbte Karte. Handelt es sich etwa um eine Schatzkarte?

Der Papagei kommt besonders gut an

Die Aufführung der „Schatzinsel“ beeindruckt die kleinen Besucher ganz offensichtlich: „Manche Kinder haben da auch Angst“, weiß Zimmermann. Das käme durch die vielen Piraten auf der Bühne. „Und ein Pirat kommt von hinten. Da erschrecken die Kinder schon beim ersten Mal“, erzählt er. Besonders gut käme der Papagei an, hinter dessen Kostüm sich eine junge Schauspielerin verbirgt. „Den Kindern gefällt es“ sagt Henry Zimmermann über das Stück. „Das bekommen wir als Schauspieler mit. Die gehen richtig mit. Die Kinder kommentieren, was sie sehen.“ Die packende Seeräubergeschichte ist für Kinder ab fünf Jahren geeignet. Sie ist aber auch für ältere Geschwister und Erwachsene äußerst unterhaltsam. Am Ende gebe es natürlich ein Happy End, sagt Zimmermann lachend.

Das Abendstück ist eine Komödie

Das Abendstück sei eine Komödie, habe aber ebenfalls mit Abenteuern zu tun, so der Zweite Vorsitzende des Naturtheater-Vereins. Auslöser für die Weltreise des Phileas Fogg ist eine Wette. In der Rolle des Gentleman ist Dietmar Illg zu erleben, der beim Naturtheater auch in den vergangenen Jahren tragende Rollen gespielt hat. „Das ist so eine Wette von jetzt auf nachher, nach dem Motto ‚Ich will’s den anderen zeigen‘,“ so Zimmermann. Doch Fogg gerät ins Visier von zwei Polizisten, die ihn für einen Bankräuber halten, wodurch Fogg zusätzliche Hindernisse überwinden muss. „Die Polizisten sind der Lacher im Stück. Für ihre Verfolgung haben sie sich den Falschen rausgesucht,“ erzählt Henry Zimmermann. Neben Phileas Fogg gibt es drei weitere Hauptcharaktere: Foggs Assistentin, die Köchin und die Prinzessin. „Das ist eine schöne Vierer-Truppe, die da unterwegs ist“, sagt Zimmermannn.

Das Theater liegt mitten im Wald

Das Naturtheater ist eine richtige Freilichtbühne im Wald am Längenbühl. „Es gibt kein Dach, weder für die Bühne noch für die Zuschauer“, betont Zimmermann. Das Theater liegt mitten in der Natur – dadurch entsteht die besondere Atmosphäre. Das Grün spielt dieses Jahr eine große Rolle: So finden sich in der linken Ecke der Bühne auffallend viele Pflanzen. „Das ist die Insel im Familienstück, im Abendstück ist es ein Dschungel“, sagt Zimmermann. Eindrucksvoll sind nicht nur das Spiel und das Bühnenbild bei den Vorstellungen. Schön anzusehen sind immer wieder die Kostüme der Schauspieler, für die das mehrköpfige Nähteam des Naturtheaters sorgt.

Bei Regen gibt es Ponchos, in der Mittagshitze hilft ein Sonnenhut

„Sollte es regnen, haben wir Regenponchos. Es ist aber immer sinnvoll, eine Decke und eine Regenjacke mitzubringen“, empfiehlt Zimmermann. „Für die Mittagsvorstellungen ist auch ein Sonnenhut gut, sollte die Sonne scheinen.“ Die Holzbänke, auf denen die Zuschauerinnen und Zuschauer bequem sitzen können, sind abgestuft, sodass man einen guten auf das Geschehen auf der Bühne hat.

Unterwegs in der Region

Serie
Urlaub daheim ist alles andere als langweilig. Die Region Stuttgart bietet vielfältige Möglichkeiten für abwechslungsreiche Tage ohne weite Anreise – für Kulturinteressierte wie für Naturfreunde, für Sportbegeisterte wie für Genießer. In unserer Serie „Der Ferientipp“ stellen wir Ausflugsziele vor. Wetten, dass für Sie etwas dabei ist?

Karten
Die Kasse öffnet eineinhalb Stunden vor der Aufführung. Karten kann man auch online reservieren unter www.naturtheater-renningen.de, E-Mail an karten@naturtheater-renningen.de. An der Tageskasse erhält man am Tag der Vorstellung die Eintrittskarten. Bezahlung nur in bar.

Essen und Getränke
Am Kiosk des Naturtheaters bekommt man Getränke, Eis, Süßigkeiten, belegte Brötchen und mittags Kuchen. Diese bekommt man vor den Vorstellungen und in der Pause, im Anschluss an die Aufführung gibt es nur Getränke.