Schauspielerin Natalie Wörner (hier im Restaurant Plenum in Stuttgart) hat mehrfach auf die Auswirkungen der Coronakrise auf die Kulturbranche hingewiesen. Jetzt gibt es eine Hilfe für Solo-Selbstständige. Sie soll ein Zeichen der Wertschätzung für die in der Kultur- und Kreativwirtschaft Tätigen sein. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Mit den neuen Corona-Hilfen in Höhe von bis zu 5000 Euro soll es Unterstützung für Solo-Selbstständige auch aus der Kulturszene geben. Schauspielerin Natalia Wörner ist gespannt, wie das umgesetzt wird.

Berlin - Angesichts der Corona-Maßnahmen sorgt sich die Schauspielerin Natalia Wörner um die Kulturbranche. „Ich bin gespannt, wie die Hilfen für Solo-Selbständige und Künstler jetzt in der zweiten Welle greifen und umgesetzt werden und wie wir Künstler uns und unsere Familien weiter ernähren können“, sagte die 53-Jährige. Betroffen seien schließlich nicht nur die Schauspieler und alle, die auf einer Bühne stehen, sondern auch die Menschen hinter den Kulissen – von den Maskenbildnern bis zum Catering.

Solo-Selbstständige kommen aus der Kreativbranche

Mit den neuen Corona-Hilfen soll es Unterstützung für Solo-Selbstständige auch aus der Kulturszene geben. Darauf hat sich die Bundesregierung nach Angaben von Kulturstaatsministerin Monika Grütters verständigt. „Es ist gelungen, eine eigene Strecke für Solo-Selbstständige zu kreieren, da dürfte die größte Zielgruppe neben anderen Branchen aus der Kreativwirtschaft kommen“, sagte Grütters am Mittwoch. Dafür hätten alle Kulturminister auch der Länder quer durch alle parteipolitischen Farben seit dem Frühjahr geworben. „Es ist ein sehr wichtiges Signal, dass die Soloselbstständigen jetzt eine eigene Förderung bis zu einem Höchstsatz von 5000 Euro bekommen“, sagte die CDU-Politikerin. „Dies ist auch eine Anerkennung ihrer Lebens- und Arbeitsweise.“

Unbürokratische Ausschüttung

Wie hart der Lockdown im Frühjahr die Branche getroffen hat, bekam Wörner selbst zu spüren: „Es war eine Vollbremsung.“ Von jetzt auf gleich sei gar nichts mehr gelaufen, sagte sie. „Ich hatte innerhalb von acht Monaten gerade einmal sechs Drehtage. Und das ist sehr außergewöhnlich.“ So seien neue Dreharbeiten für „Die Diplomatin“ in Rom ins kommende Jahr verschoben worden. 2021 wird sie zudem in einem Film eine Ärztin spielen, die sich mit dem Coronavirus infiziert.

Natalia Wörner zeigt sich im Interview als engagierte Feministin.

Mit der neuen Hilfe für Solo-Selbstständige werden in den Augen von Grütters die Bedürfnisse vieler im Kulturbereich Tätiger nun richtig anerkannt. „Es ist geplant, die Hilfen ganz unmittelbar, unbürokratisch und einfach beantragen zu können“, sagte Grütters. „Das ist ein Fortschritt im Bemühen, die Krise zu bewältigen und vor allen Dingen ist es ein Zeichen der Wertschätzung für viele, die in der Kultur- und Kreativwirtschaft tätig sind und dort viel für unser Gemeinwesen leisten.“

Hilfe auch für die im Hintergrund

Zudem sollten auch indirekt Betroffene Überbrückungshilfe bekommen können. „Das betrifft gerade auch den Kulturbereich. Es gibt viele in der Kultur- und Kreativwirtschaft, die sichtbar auf der Bühne der Kultur stehen, aber es gibt häufig viel mehr im Hintergrund Beschäftigte, die die künstlerische Leistung erst ermöglichen. Sie werden berücksichtigt, wenn sie 80 Prozent ihres Einkommens im Kontext der direkt betroffenen Betriebe erwirtschaften.“

Nach Angaben von Grütters geht es im Kultur- und Kreativbereich um die Existenz von mehr als 1,5 Millionen Menschen, die mehr als 100 Milliarden Euro zum Bruttoinlandsprodukt an Wertschöpfung beitragen.

Initiative gegen häusliche Gewalt

Natalia Wörner hat den ersten Lockdown sinnvoll genutzt. Mit Mitstreitern gründete sie die Initiative #sicherheim, die sich gegen häusliche Gewalt richtet – gerade in der Corona-Krise ein größer werdendes Problem. Wörner hofft, dass die Initiative Betroffenen Mut macht, Angst und Scham zu überwinden und sich Hilfe zu suchen. Durch die Aktion – an der sich unter anderem Designer Guido Maria Kretschmer und Schauspieler Jan Josef Liefers beteiligen – war Geld gesammelt worden, das an Frauenhäuser und Beratungsstellen gespendet wurde.

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