Die Nahversorgung ist bei der Sozialen Stadt ein wichtiges Thema. Foto: Alexandra Kratz

Wer nicht gut zu Fuß ist, hat das Nachsehen, wenn der Aldi in Stuttgart-Dürrlewang zeitweise schließt. So sehen es die Experten.

Dürrlewang - Aldi baut an der Galileistraße in Dürrlewang. Das Unternehmen reißt den bestehenden Laden ab und zieht eine neue, modernere Filiale in die Höhe. Die Arbeiten sollen im Frühsommer beginnen und etwa acht Monate lang dauern. So lange müssen die Dürrlewanger, die im Aldi einkaufen, auf andere Läden ausweichen. Die Nahversorgung im Stadtteil verschlechtert sich.

Das ist auch beim Stadtteilmanagement immer wieder Thema. Dieses gibt es, weil Dürrlewang in das Sanierungsprogramm „Die Soziale Stadt“ aufgenommen wurde. Die Stadtteilmanager Maik Bußkamp und Sebastian Graf vom Büro Weeber+Partner koordinieren das Projekt zusammen mit dem Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung. „Die Nahversorgung ist bei der Sozialen Stadt ein ständiges und wichtiges Thema. Besonders die Ladenzeile entlang der Osterbronnstraße ist seit Längerem einer bedrohlichen Entwicklung ausgesetzt, der wir versuchen entgegenzuwirken“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme des Stadtteilmanagements zur vorübergehenden Schließung der Aldi-Filiale. Der neue Bebauungsplan eröffne Eigentümern die Möglichkeit, Ladenflächen zu vergrößern. Und mit dem geplanten Lebensmittelmarkt an der Osterbronnstraße 50 werde sich die Versorgungssituation in Dürrlewang hoffentlich verbessern. Weiterhin gehe es darum, das Zentrum als Einkaufs- und Aufenthaltsort attraktiver und bekannter zu machen.

Manche Märkte bieten einen Lieferservice an

„Dass der Aldi schließt, ist besonders für jene Bürger bedauerlich, die nicht mehr so gut zu Fuß und auf nahegelegene Versorgungsangebote angewiesen sind“, lautet die Einschätzung der Stadtteilmanager. Deshalb wollen sie vor allem dieser Personengruppe helfen. Es sei wichtig, diese Bürger über die Schließung der Filiale und mögliche Alternativen zu informieren. „Schon frühzeitig wurden bei uns im Stadtteilbüro, über die Awo-Begegnungsstätte sowie die katholische und evangelische Kirche Aushänge mit Abfragen gemacht, wer Hilfe beim täglichen Einkauf braucht, und wer aus dem Stadtteil gegebenenfalls Nachbarn beim Einkauf was mitbringen kann“, sagen die Stadtteilmanager. Es sei wünschenswert, dass die Bewohner ein offenes Auge und offenes Ohr für ihr direktes Umfeld hätten.

Darüber hinaus würden der Bonus-Markt in Rohr und der Lebensmittelladen Königsmarkt an der Osterbronnstraße einen Lieferservice anbieten.

Grundsätzlich sei es die eigenmächtige Entscheidung von Aldi, ob und wann umgenbaut werde. Das Stadtteilmanagement begrüße die Tatsache, dass das Unternehmen in den Standort investiere. Die Varianten einer Interimsfiliale seien geprüft worden. Diese Möglichkeiten seien jedoch leider nicht gegeben, lautet die Einschätzung des Stadtteilmanagements.

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