Der Stadtteil hat wieder einen Lebensmittelladen – wenn auch einen sehr kleinen. Um das zu ermöglichen, mussten viele Akteure an einem Strang ziehen.
Geschäftig läuft das Personal hin und her. Zwei Frauen kleben die Folie mit den Öffnungszeiten an die Glasscheibe. Ein Mitarbeiter zeichnet die letzten Waren in den Regalen aus. Und Kundschaft ist auch schon da. „Kann man schon rein?“, fragt eine ältere Dame. Ja, denn seit Mittwochmorgen ist der neue Bonus-Markt an der Laustraße 10 geöffnet. Er befindet sich in den ehemaligen Räumen der BW-Bank, der Geldauszahlungs- und der Kontodruckerautomat stehen noch im Vorraum.
„Unser Einsatz gemeinsam mit dem Sonnenberg-Verein hat sich gelohnt“, sagt der Stuttgarter OB Frank Nopper wenig später bei der kleinen Feierstunde. Der Stadtteil bekomme endlich wieder „einen Einkaufsladen mit den wichtigsten Artikeln des täglichen Gebrauchs, in dem man auch Freunde und Nachbarn trifft“. Mit nur 79 Quadratmetern ist das Geschäft sehr klein, es ist ein sogenannter Bonus light. Doch im Angebot sind etwa 2000 Artikel, vor allem Lebensmittel, auch Drogeriewaren, Tierfutter, Zeitschriften und aktuell sogar Grablichter. Was nicht im Sortiment ist, kann bestellt werden und wird bei Bedarf sogar nach Hause geliefert.
Bonus steht für „Berufliche Orientierung, Nachbarschaftsmärkte und Service“ und ist ein gemeinnütziges Konzept zur Sicherung der Nahversorgung. Die Bonus gGmbH ist eine 100-Prozent-Tochter der SBR – gemeinnützige Gesellschaft für Schulung und berufliche Reintegration mbH . Zu ihren Zielen gehört es, die Nahversorgung zu sichern und Menschen wieder in Arbeit zu bringen.
Möglich wurde das in Sonnenberg auch dank des Projektentwicklers Reiß & Co., wie alle Beteiligten betonen. Denn er kam Bonus bei der Miethöhe entgegen. Geschäftsführer Jürgen Klein sagt: „Wir wollen gerne einen Beitrag leisten.“ Und er kündigt an, noch 2023 einen Bauantrag für die Erweiterung des Gebäudes einzureichen. Dann könnte die Verkaufsfläche vergrößert werden, in jedem Fall wolle man im Erdgeschoss eine für den Stadtteil sinnvolle Gewerbenutzung haben, darüber Wohnungen.