Verkehrsminister Winfried Herrmann (rechts) und SSB-Vorstand Mario Laube präsentieren eine neue App, welche die Nutzung des ÖPNV erleichtern soll. Foto: LICHTGUT/Max Kovalenko

Der Landesverkehrsminister Winfried Hermann und die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) haben eine neue App vorgestellt, die den Fahrkartenkauf im Südwesten revolutionieren soll.

In Baden-Württemberg soll eine neue App Schluss machen mit der oft schwierigen Suche nach der richtigen Fahrkarte im Nahverkehr. In Zusammenarbeit mit dem baden-württembergischen Verkehrsministerium haben die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) eine Smartphone-Anwendung namens Cico-BW entwickelt, bei der es genügt, zu Beginn der Fahrt einzuchecken. Das System erkennt den Fahrtverlauf und die Zielhaltestelle. Der Fahrpreis wird dann automatisch berechnet und von einem vorher registrierten Konto abgebucht.

 

„Die App berechnet automatisch den günstigsten Tarif“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) bei der exklusiven Präsentation für unsere Zeitung. „Während das Deutschlandticket ein Angebot für Vielfahrer ist, richten wir uns hier an die Gelegenheitsnutzer.“ Und diese schrecke bisher der Tarifdschungel in den neunzehn Verkehrsverbünden des Landes. „Wir tolerieren die Vielfalt – und überwinden sie durch Technik“, sagte der Verkehrsminister.

System erkennt die Fahrtstrecke

Künftig reicht es, bei der Registrierung sein Konto für die Abbuchung festzulegen und vor Fahrtbeginn eine Haltestelle auszuwählen. Alles andere regelt das System automatisch. Wenn man binnen eines Tages mehrere Fahrten zurücklegt, wird der beste Tarif berechnet – etwa eine Tageskarte. „Zu viel bezahlt man nie“, sagte Herrmann.

Das ab sofort nutzbare System funktioniert vorerst nur innerhalb der Landesgrenzen von Baden-Württemberg, selbst wenn eine regionale Verbundgrenze in ein Nachbarbundesland reicht.

Basis ist eine bisherige App der SSB

Entwickelt wurde das System von den SSB aufbauend auf den Erfahrungen mit der nur innerhalb des Verkehrsverbunds Stuttgart (VVS) geltenden App Move, die ebenfalls den optimalen Fahrpreis berechnet. Zweieinhalb Jahre Entwicklungszeit habe man in das Projekt gesteckt, sagte Mario Laube, der kaufmännische Vorstand der SSB. Die App zum Download unter dem Namen „VVS BWeit“ findet man als Angebot im Netz. Sie steht allen Verbünden im Land offen, die sie in ihre Apps integrieren können.