Die Möhringer Kurve wird zwischen der Rückseite des Kauflands (links im Bild) und dem Studentenwohnheim verlaufen. Foto:  

Die SSB plant eine Direktverbindung von Stuttgart-Plieningen in die Innenstadt. Wegen eines neuen Bürobauprojekts in Stuttgart-Möhringen gibt es nun noch einen Grund mehr für den Bau der Linie U 5B. Wir haben alle Fakten im Überblick.

Plieningen/Möhringen - Der Luxemburger Investor Hines Immobilien will auf dem Grundstück an der Plieninger Straße 140 nachverdichten. Das Unternehmen plant vor allem Büros, etwa 3900 neue Arbeitsplätze könnten entstehen. Das hätte natürlich Auswirkungen auf den Verkehr. Die Stadt hat bereits ein Gutachten erstellen lassen. Demnach ist im Endzustand der Aufsiedlung mit 4200 zusätzlichen Fahrten zu rechnen. In Summe wären es dann 6700 Autos, welche über die umliegenden Straßen rollen. Das würde vor allem die Landhauskreuzung betreffen. Die Experten gehen davon aus, dass der Verkehrsknotenpunkt dafür immer noch ausreichend dimensioniert wäre – zumindest geradeso. Mit einer Nachverdichtung des Gebietes würde es freilich auch zu einer Mehrbelastung im Ortszentrum kommen. Diese wäre aber mit dem Zuwachs von ein bis drei Prozent fast zu vernachlässigen, heißt es im Verkehrsgutachten.

Was würde die neue Linie U 5B bringen?

Dennoch ist der Fachverwaltung klar, dass auch der öffentliche Personennahverkehr sowie die Geh- und Radwege attraktiver werden müssen. Zudem wird im Verkehrsgutachten ein betriebliches Mobilitätsmanagement gefordert. Das bedeutet, dass die Unternehmen, welche in einigen Jahren die neuen Büros an der Plieninger Straße beziehen, darauf hinwirken, dass ihre Arbeitnehmer möglichst nicht alle mit dem eigenen Auto kommen. Eine Komponente in diesem Konzept ist die Stadtbahnlinie U 5B. Zudem würden vor allem die Menschen in Plieningen von der neuen Linie U 5B profitieren. Denn dorthin fährt bisher nur die Linie U 3, und die endet am Vaihinger Bahnhof. „Mit der U 5B würde es eine Direktverbindung von Plieningen über Möhringen in Richtung Stadtmitte geben“, sagt Volker Christiani, Chefplaner bei der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB).

Welche Vorkehrungen gibt es bereits?

Gedankenspiele zur Stadtbahnlinie U 5B gibt es schon lange. Der SSB-Aufsichtsrat habe das Projekt bereits vor Jahren abgenickt, sagt Christiani. Ebenso sei die Linie U 5B im Nahverkehrsentwicklungsplan enthalten. Auch baulich ist alles für die Linie vorbereitet. Als rund um den Möhringer Bahnhof ein ganzes Stadtviertel neu in die Höhe wuchs, ließ man zwischen dem Studentenwohnheim und dem Supermarkt Kaufland bewusst genug Platz, um noch Stadtbahngleise verlegen zu können. Auch die Brücke vom Kreisverkehr an der Rembrandstraße in Richtung St.-Hedwig-Kirche ist so breit, dass noch ein weiteres Paar Stadtbahngleise hindurchpasst.

Warum heißt die Linie U 5B?

Das Stuttgarter Stadtbahnnetz ist im Innenstadtbereich fast an der Kapazitätsgrenze. Einer der größten Engpässe: zwischen dem Olgaeck und dem Hauptbahnhof. Dort haben maximal fünf Linien im Zehn-Minuten-Takt Platz. Vier dieser Linien gibt es bereits, und zwar die U 6, U 7, U 12 und U 15. Hinzu kommt die Linie U 5 zwischen Leinfelden und dem Killesberg, die allerdings im 20-Minuten-Takt fährt. Die Idee ist, diese Linie mit der U 5B zu verstärken, sodass ein Zehn-Minuten-Takt entsteht. Allerdings würden die Bahnen der Linie U 5 abwechselnd aus Leinfelden und Plieningen kommen beziehungsweise dorthin fahren. Für die Menschen in Leinfelden bleibt es also beim 20-Minuten-Takt. Die Bezeichnung U 5B geht auf dieses Konstrukt zurück. „Die Linie wird am Ende natürlich nicht so heißen. Das ist nur ein Arbeitstitel“, sagt Christiani.

Von wann an könnte die Linie U 5B fahren?

„Wir haben die Linie U 5B fest in unserer mittelfristigen Planung drin“, sagt Christiani. Das Problem sei, dass es noch viele weitere Projekte in dieser Planung gebe, die Vorrang haben. Dazu zähle der neue Betriebshof in Weilimdorf. Christiani geht aber davon aus, dass die Linie U 5B im Jahr 2025 fährt. Die Bauarbeiten würden ein bis zwei Jahre zuvor beginnen. Das alles sei aber ein vorläufiger Zeitplan, betont Christiani. Für die neue Linie müssten nur wenige Meter lang Gleise verlegt werden. Dennoch sei das Projekt nicht trivial, denn bei der Möhringer Kurve müsse ein Höhenunterschied überwunden werden. Dies könne zu technischen Problemen führen, sagt der SSB-Chefplaner. Zu den Kosten möchte er zum gegenwärtigen Zeitpunkt nichts sagen. Sicher sei er sich, dass sich der Bau der Strecke lohne und zusätzliche Fahrgäste bringe.

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