Jeder Jahrgang bekommt eine Tafel, auf der die Namen der Neugeborenen stehen. Foto: Dirk Herrmann

Fellbach hat keine Nachwuchssorgen: Die Zahl der neugeborenen Kinder in der Stadt ist anhaltend hoch. Allerdings muss das traditionelle Fest zur Baumpflanzaktion für Neugeborene coronabedingt abgesagt werden.

Fellbach - Zukunftspessimismus in Fellbach? Zumindest könnte man vermuten, dass hiesige von Pandemiesorgen verängstigte Eltern keine Kinder mehr in die Welt setzen möchten – ein Gedanke, der sich aufdrängt angesichts des Rückgangs in der Bevölkerung um mehr als 300 Menschen binnen eines Jahres. Doch reduzierte Gebärtätigkeit kann als Grundlage nicht herhalten für das Sinken in der Statistik. Gekuschelt und geschnäbelt wird offenbar auch oder gerade in Coronazeiten immer noch, und die Folgen werden neun Monate danach beispielsweise auf dem Standesamt der Stadt Fellbach genau registriert.

Die Zahl der neugeborenen Kinder ist anhaltend hoch

Erfreuliches Ergebnis, so heißt es jetzt in einer Mitteilung aus dem Rathaus: Die Zahl der neugeborenen Kinder in Fellbach ist anhaltend hoch. Im Jahr 2020 wurden 456 Kinder geboren. Nun gut, im Vergleich zum Jahr davor bedeutet dies einen Rückgang um 28 Babys (umgerechnet ein Minus von 6,5 Prozent), denn 2019 wurden 484 Neugeborene in Fellbach gemeldet – das war der bisherige Rekord am Fuße des Kappelbergs. 2018 lag die Zahl bei 449 Babys, also minimal unter dem Niveau von 2020. Fazit: Nachwuchssorgen müssen sich hiesige Fußballklubs oder Gesangvereine nicht machen (wenn sich die Kinder einige Jahre nach ihrer Geburt denn dafür interessieren).

Hat Corona also offenbar keine Auswirkungen auf die Anzahl künftiger Erben, so müssen die Eltern der Neugeborenen doch auf gewisse Rituale verzichten. Das betrifft beispielsweise erhebliche Einschränkungen bei einer vorgesehenen Taufe oder auch die in Fellbach so beliebte Baumpflanzaktion für Neugeborene. Doch wie bereits im vergangenen Jahr, so besteht auch heuer keine Chance. Aufgrund der Beschränkungen durch die Coronapandemie kann das kleine Fest mit symbolischer Baumpflanzung, Enthüllung der Namenstafel sowie Überreichung der Urkunden an die Eltern und dem Markt der Möglichkeiten rund ums Kind nicht stattfinden. Die Urkunden sowie zusätzlich als Geschenk eine Gießkanne im Baby-Format können die Eltern im Rathaus Fellbach sowie in den Verwaltungsstellen Schmiden und Oeffingen ohne Anmeldung abholen.

Mittlerweile hat der städtische Bauhof den Jahrgangsbaum – wie im vergangenen Jahr eine Elsbeere – bereits eingepflanzt. Auch die Namenstafel an der „Babybaumallee“ beim Kombibad F3 an der Esslinger Straße wurde schon montiert.

Die Baumpflanzaktion gibt es seit Ende der 1970er Jahre

Die Baumpflanzaktion für Neugeborene gibt es in Fellbach übrigens seit Ende der 1970er Jahre. Der damalige Oberbürgermeister Friedrich-Wilhelm Kiel und die CDU-Bundestagsabgeordnete und frühere Fellbacher Gemeinderätin Paula Riede aus Oeffingen, auf deren Anregung die Aktion zurückging, pflanzten 1978 beim Jugendhaus den ersten Fellbacher Babybaum. Bis zu Beginn des neuen Jahrtausends wurde für jedes angemeldete Kind ein Baum gepflanzt und mit einer Namensplakette versehen. Verteilt über das ganze Stadtgebiet entstand so ein „Babybaumwald“ mit mehr als 3000 Bäumen.

Da es zunehmend schwieriger wurde, geeignete Plätze für neue Bäume zu finden, wurde dann in allen drei Stadtteilen jeweils ein Jahrgangsbaum gepflanzt, die Namen der Kinder wurden auf bunten Plaketten an umgebenden Namensstelen festgehalten. Seit das F3-Bad hinter dem Jugendhaus in Betrieb ging, wird der Jahrgangsbaum für alle Kinder eines Jahrgangs aus Fellbach, Schmiden und Oeffingen am Sepp-Herberger-Weg gepflanzt. Die Vornamen der Babys sind auf der Jahrgangstafel eingraviert.

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