Der Tenor Matthias Klink in der Rolle des Wanderers Foto: Matthias Baus

Ovationen am Sonntagabend in der Stuttgarter Oper: Matthias Klink begeistert in Hans Zenders „Winterreise“ nach Franz Schuberts Liederzyklus. Den Unmut des Publikums zieht hingegen die Regieführung auf sich.

Stuttgart - Durchlebt, durchlitten: In der Stuttgarter Oper gelang dem Tenor Matthias Klink am Sonntagabend eine grandiose Darstellung des Wanderers in Hans Zenders „komponierter Interpretation“ von Schuberts „Winterreise“. Zenders Intention, durch eine kompositorische Überschreibung die Brisanz von Schuberts Original neu erlebbar zu machen, entsprachen sowohl das von Stefan Schreiber souverän geleitete Instrumentalensemble, vor allem aber Klinks bloßem Schöngesang fernstehende Identifikation mit dem lyrischen Ich des Zyklus.

Videos und Bilder lenken ab

Ein Missverständnis dagegen die visuelle Ebene, die Aernout Mik als Regisseur dem Stück hinzugefügt hat: die mal platt den Text bebildernden, mal beliebig zeitkritisch wirkenden Videos und Bilder über den Verlust der Identität in der Masse lenken mehr ab, als dass sie dem Werk Relevantes hinzufügen könnten.

Am Ende gab es Ovationen für Matthias Klink und lautstarke Buhs für die Regie. Die ausführliche Besprechung folgt.

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