Wenn dem Menschen ein Licht aufgeht, kann das unter Umstanden teuer werden. Etwa beim Blitzermarathon. Kolumnist KNITZ weiß, wie man dem entkommen kann.
Und, sind Sie einigermaßen unbehelligt durch die vergangene Woche gekommen? Oder ist Ihnen ein Licht aufgegangen, als sie mal etwas zu zügig unterwegs waren – und wurden dabei recht unsanft daran erinnert, dass Blitzermarathon ist?
Der Blitzermarathon, von vom Zeitgeist Getriebenen auch Speedmarathon genannt, ist ein europaweites Event, über dessen monetären Nutzen unter Stadtkämmerern Einigkeit herrscht. Ihren Höhepunkt hatte die Aktion am vergangenen Freitag erreicht. Das Geblitze war zeitweise so intensiv, dass sie auf der Internationalen Raumstation (ISS) die Jalousien runterlassen mussten.
Der Begriff Blitzermarathon ist irreführend
Im Übrigen findet KNITZ den Begriff Blitzermarathon irreführend. Beim Marathon geht es streng genommen darum, möglichst schnell ans Ziel zu kommen. Beim Blitzermarathon kann Tempo zum Problem werden. Vielleicht wäre Blitzkrieg gegen Raser besser, wobei der Begriff Raser in Deutschland historisch belastet ist.
KNITZ wurde von Freunden auf diversen Kanälen vor dem Blitzermarathon gewarnt wie vor einem aufkommenden Gewitter. Er fand das nett, wurde ihm dabei klar, dass der eine oder die andere noch an ihn denkt. Auch wenn KNITZ als Radfahrer kaum Gefahr läuft, Tempolimits zu überschreiten.
Wobei, bergab kann das schon mal passieren. Ist dem Fressesprecher von KNITZ mal so ergangen, als er am Feierabend auf der Neuen Weinsteige Richtung Innenstadt rollte. Normalerweise löst der Blitzer bei Fahrrädern nicht aus, aber netterweise war ein Passat neben ihm auch sportlich unterwegs. Deshalb gab’s ein Erinnerungsfoto von der furiosen Talfahrt, das heute noch überm Schreibtisch des Fressesprechers hängt. Die Zeche übernahm freundlicherweise der Automobilist.
Es gab übrigens keinen einzigen Tag in der zurückliegende Woche, an dem KNITZ auf seinem Weg zur Arbeit nicht an einer Radarfalle vorbeigekommen wäre. In Bayern, hat er gelesen, seien die Stellen, an denen die Tempomesser auf der Lauer lagen, bekannt gegeben worden. Kann man natürlich tun, wenn man beim fahrenden Wahlvolk gut Wetter machen will. Nimmt der Aktion aber einen gewissen Pfiff. Ist wie Osternestsuche mit programmiertem Navi.
Preis für die am besten getarnte Radarfalle ausloben
In Böblingen entdeckte KNITZ eine besonders hübsche mobile Einheit, die dem landläufigen Begriff Radarfalle alle Ehre gereichte. Das Blitzergerät war vor einem in einer Haltebucht abgestellt VW Bus platziert. Und damit man es nicht gleich sieht, wenn man auf den Bus zufährt, wurde davor ein Polo geparkt. Vielleicht, überlegt KNITZ, sollte man mal einen Preis für die am besten getarnte Radarfalle ausloben.
KNITZ schreibt auch deshalb über den Blitzermarathon, um Ihnen, liebe Leserinnen und Lesern, zu beweisen, dass er auch mal ein heißes Eisen anpackt, mit dem er sich nicht nur Freunde macht. Denn tief in seinem Innern ist KNITZ beim Thema Schnellfahren eine echte Spaßbremse.
Allen, die ihn vor dem Blitzermarathon gewarnt haben, gab er folgenden Tipp mit auf den Weg:
Am Straßenrand stehen bisweilen Schilder mit mysteriösen Zahlen drauf. Überschreitet die Anzeige am Tacho nicht die Zahl auf dem Schild, kann man dem Blitzermarathon getrost ins Auge blicken.